
Ralf Kadel, Pflegedienstleiter & Qualitätsbeauftragter der Hardtwaldklinik II |
Im ersten Halbjahr 1999 wurde in den Kliniken der Wicker-Unternehmensgruppe im Zuge der Einführung des Qualitätsmanagements eine Fragebogenaktion im Pflegebereich durchgeführt. Eine Informationsbasis für gemeinsame Ziele und Aktivitäten der Pflegedienstleitungen sollte geschaffen, der klinikübergreifende Erfahrungsaustausch gefördert und vor dem Hintergrund der Zertifizierungsvorbereitungen Synergieeffekte erzielt werden. In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Lutzmann und Herrn Bürling entwickelte ich einen Fragebogen und strukturierte ihn in drei Fragekomplexe, welche sind: - 1. Struktur und Leistungsgebaren
- 2. Wie Pflege stattfindet
- 3. Pflegeplanung und Pflegedokumentation.
Meines Erachtens wesentliche Ergebnisse der Fragebogenaktion: In den meisten Kliniken gibt es ein benanntes und kommuniziertes Pflegeverständnis, was dafür spricht, dass Diskussionen über Norm- und Wertvorstellungen in der Pflege erfolgt sind, womit ein großer Schritt in Richtung sinnstiftendes, orientierungsgebendes Pflegeleitbild getan ist. Mögliche gemeinsame Initiativen sehen die Pflegedienstleitungen in der Entwicklung von Leistungserfassungssystemen und Leistungskatalogen mit hinterlegten Qualitätskriterien, die es ermöglichen das Leistungsgeschehen in der Pflege nach innen und außen transparent zu machen. Damit soll eine dem Arbeitsaufkommen angemessene Personalsteuerung unterstützt werden. Auf der Ebene der Klinikleitungen wird man sich die Frage stellen müssen, wie sichergestellt werden kann, dass die PDL zeitnah mit den zur Personaleinsatzplanung notwendigen Daten versorgt wird. Im Zusammenhang mit Weiterentwicklung der EDV in unseren Kliniken ist es auch sinnvoll, eine einheitliche Methode zur Erfassung der Ausfallquote anzuwenden. Parallel dazu erachte ich es für sinnvoll die Entwicklung eines Pflegeleitbilds voranzutreiben, um daraus o.g. Qualitätsmerkmale ableiten zu können. Schlussbemerkung: Die Anforderungen an die Pflege in der Rehabilitation sind gestiegen. Ursachen dafür sind pflegeintensivere Patienten, gestiegene Fallzahlen, erhöhter diagnostischen Aufwand, vermehrter Dokumentationsaufwand sowie mit Veränderungen der gesetzlichen Vorgaben (Arbeitszeitgesetz) und des Therapieangebots einhergehende strukturelle Veränderungen unter nahezu unveränderten Rahmenbedingungen seitens der Leistungsträger. Um allerdings konkurrenzfähig auf dem Markt bestehen zu können, bleibt uns kaum eine Wahl als diese Herausforderung anzunehmen. Vor diesem Hintergrund liegt meines Erachtens eine der wichtigsten Führungsaufgaben darin, innerhalb der Kliniken für die Mitarbeiter Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, als Spitzenkönner Spitzenleistungen zu erbringen. Ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten ständig weiterentwickeln um damit auch ihre eigene Gesundheit positiv zu beeinflussen. Nur Dienstleister, denen es gut geht, können auch wirklich gute Dienstleistungen erbringen. Wesentliches können wir durch o.g. Initiativen und Projekte erreichen, denn eine fundierte Personaleinsatzplanung und Transparenz im Leistungsgeschehen macht die Anforderungen überschaubar. Einige Schritte sind bereits getan, weitere müssen folgen.  (Bei Interesse können Sie gerne die ungekürzte Fassung bei mir anfordern). Ralf Kadel Pflegedienstleiter & Qualitätsbeauftragter der Hardtwaldklinik II |