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Dubai - Erste Auslandsmesse der Wicker-Gruppe


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Dubai - Erste Auslandsmesse der Wicker-Gruppe

von Albert Breuer

Foto: Blick auf den Hafen und der City von Dubai
Foto: Blick auf den Hafen und der City von Dubai

Nach 6 Std. 20 Min. Flug landen wir in Dubai. Es ist kurz vor 24.00 Uhr. Unsere Reisegruppe besteht aus Frau Dr. Fröhlich-Gildhoff, Frau Dr. Kienle, Herrn Prof. Dr. Heim, Herrn Dr. Wieczorek, Herrn El-Cherid und Herrn Breuer.
Nach einigem Suchen finden wir den Schalter mit den Visas. Es ist nach Mitternacht, als wir den Flughafen verlassen und den Hotelbus erreichen. Im Hotel angekommen, nehmen wir um 1.30 Uhr noch einen Drink zu uns. Die Rechnung ist gesalzen; für 6 Säfte verlangt das Hotel 60,- DM. Das kann ja heiter werden. Wie sollen wir nur mit unseren Spesen auskommen. Total erledigt gehen wir zu Bett. Im Zimmer rauscht die Klimaanlage. Ohne Klimaanlage ist es leiser und ich kann endlich einschlafen.
Am nächsten Tag wollen wir den Messestand mit unseren Plakaten und Fotos verschönern. Leider ist der Stand noch im Rohbau. Die Plakate können nicht aufgehängt werden, weil die Wände fehlen. In der Nacht soll der Stand fertig werden.
Wir gehen ins Hotel zurück und buchen eine Stadtrundfahrt. In 3 Std. führt uns ein Reiseführer aus Indien durch die Stadt. Alles neu, mächtig und größer - toller. Wir fahren an Hotels vorbei. Das höchste - der Arabien Tower - ist 310 Meter hoch und hat nur Suiten. Der Preis pro Nacht liegt zwischen 10.000 und 33.000 US $. Die kleinste Suite ist 150 qm groß, die größte 680 qm. Ins Hotel kommt man nur als Gast oder mit Tischreservierung; Mindestverzehr 120,- DM. Ein anderes Hotel dürfen wir ohne "Eintritt" betreten. Welch eine Pracht und Luxus. Riesige Eingangshalle, Wasserfall, Teiche, Piano auf einer Insel. Na ja, wir fahren weiter und besuchen das Museum Al-Fahidi-Fort. Das Fort - vor 200 Jahren erbaut - zeigt das Leben vor dem Oelboom. Der Besuch lohnt sich. Beeindruckend, wie es hier früher zuging.

Foto. Das Hotel Arabien Tower - ist 310 Meter hoch. Preis pro Nacht liegt zwischen 10.000 und 33.000 US $
Foto. Das Hotel Arabien Tower - ist
310 Meter hoch. Preis pro Nacht liegt
zwischen 10.000 und 33.000 US $

Aber weiter geht die Fahrt zum Creek. Eine natürliche Meeresbucht dient als Hafenbecken. Rund herum modernste Wolkenkratzer, aber auch alte Häuser. Der Freihafen mit seinem quirligen Treiben fasziniert die Betrachter. Alle Waren aus Übersee oder Indien und Japan kommen oft mit alten Daus und werden von den Händlern verteilt.
Dubai - der Name bedeutet: "Kleine Heuschrecke" - hat z.Z. ca. 750.000 Einwohner. Weniger als 20 % sind Araber. Der Rest sind ca. 80 % Inder, 5 % Europäer und 15 % andere. Als Gruppe fahren wir mit einem Wassertaxi für 30 Pfennig zum Gold-Souk. In einem älteren Stadtteil sind fast 700 Geschäfte mit Gold und anderem Schmuck. Was für eine Pracht. Aus allen Ländern kommen die Kunden zu den meist indischen Händlern. Der Schmuck wird einfach gewogen und kostet 24,- DM pro Gramm, ob Kette oder andere Schmuckstücke. Für uns ist der Kurs z.Z. wegen der Euroschwäche schlecht. Noch vor 6 Monaten hätten wir für 1,- DM 2,2 Dirham bekommen. Jetzt gibt es nur noch 1,67 Dirham.
Dubai ist eine Metropole mit westlichem Flair. Verschleierte Frauen sieht man nur selten. Die Stadt ist sauber und sicher. Sie hat 3 Golfplätze, 1 Pferderennbahn, 1 Kamelrennbahn und über 240 Hotels. Die Messe ist modern. Der erste Tag endet mit einem netten Essen bei Chinesen mit zivilen Preisen. In der Nacht erreicht auch Herr Dr. Vornholt Dubai.
Am Dienstag beginnt die Messe um 11.00 Uhr. Unser Stand ist um 10.00 Uhr immer noch nicht fertig. Die Sicherheitsleute lassen aber die Standbauer nicht mehr in die Halle, weil Sheikh Abdullah Bin Zayed Al Nahyan von Dubai bald kommt. Minuten werden zu Stunden. Endlose Debatten mit der Messeleitung und den Standbauern. Um 13.00 Uhr dürfen wir weiterbauen. Mit vereinten Kräften wird der Messestand um 14.00 Uhr einigermaßen bezugsfertig. In einer Blitzaktion und mit Unterstützung aller Wicker-Mitarbeiter haben wir um 14.30 Uhr das meiste geschafft. Aus der Not eine Tugend machend, besetzen einige Wicker-Mitarbeiter wichtige Positionen des gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium Hessen betriebenen Messestandes. Mit von der Partie sind das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld in Kassel, die Hessischen Staatsbäder Bad Wildungen, Bad Nauheim, Bad Schwalbach, Bad Homburg und Wiesbaden, die Uni-Kliniken Frankfurt und weitere.
Alleine die Wicker-Kliniken verteilen 1.000 Image-Broschüren, 500 Klinikführer, 400 Ayurveda-Prospekte und 900 Taunus Therme-Prospekte in englischer Sprache, 500 Tragetaschen, 1.000 Kulis, 1.000 Luftballons und 100 Sonnenblumen. An den vier Messetagen vom 02. bis 05.05.2000 ist das Interesse groß. Bei Gesprächen wird sondiert und Möglichkeiten werden abgeklopft. Das deutsche Gesundheitswesen hat einen guten Ruf. Die Erwartungen und Hoffnungen der Besucher sind erschreckend hoch. Mit unseren Preislisten ernten wir nur Unverständnis. Die Besucher fragen immer wieder nach Paketpreisen. Therapie mit 5-Sterne-Hotel-Komfort, Rund-um-Service, wie Flughafen-Transfer und arabisch sprechender Betreuung, wird erwartet. Wir sammeln fleißig Adressen und knüpfen Kontakte und versprechen, entsprechende Angebote zu machen.
Die Messegesellschaft lädt die Aussteller zu einer Safari ein. Mit dem Bus geht es in die Wüste. Dann mit Edel-Land-Rovern von Eine Besucherin der Messe in Landestracht Toyota auf Sandpisten zu einem Camp. Ca. 1.000 Gäste lassen sich verwöhnen. Auf Teppichen mit Sitzkissen genießen wir die exotische Atmosphäre. Kamele werden auf Dünen umhergeführt. Bauchtanz, arabische Livemusik und das Essen - ein Traum aus Tausend und einer Nacht! An 4 Büfetts werden Hammel gebraten, Hühnchen gegrillt und in Fett gebackenes angeboten. Alles im Überfluss. Das Nachspeisenbüfett ist riesig und umfasst die tollsten Früchte, Kuchen, Torten und und und. Um 23.00 Uhr geht es langsam wieder Richtung Hotel. Am nächsten Tag wartet ja ein neuer Messetag auf uns. Der Mittwoch bringt schon mehr Ruhe. Das Wicker-Team ist eingespielt. Herr El-Cherid begrüßt Interessierte auf arabisch mit "Salam" - "Friede sei mit Dir".
Die anderen kommen bestens mit Englisch zurecht. Erste Konzile werden vereinbart. In der Zwischenzeit unternimmt Herr Dr. Schumacher eine Delegationsreise. Politik und Wirtschaft, Gesundheitsminister und Krankenhausmitarbeiter treffen sich. Die arabische Mentalität ist anders als unsere. Kritik und Anregungen dürfen erst nach vielen Worten der Anerkennung und Bewunderung leicht angedeutet werden. Dr. Schumacher untersucht mehrere Patienten und empfiehlt die Behandlung im Uniklinikum Marburg mit Anschlussrehabilitation in Bad Wildungen.
Am Mittwochabend lädt das Hessische Wirtschaftsministerium auf eine Dau ein. Herr Wohlgehagen und andere sprechen am Kai. Danach geht es gemeinsam mit Ärzten aus Dubai und den Ausstellern auf das Schiff. Das Essen ist lange nicht so erstklassig wie in der Wüste. Aber zwanglos lassen sich weitere Kontakte knüpfen.
Der Donnerstag ist wieder ein Messetag von 10.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr abends. Wenn man aus dem klimatisierten Hotel kommt, schlägt einem die Hitze voll ins Gesicht. Temperaturen über 40 ° C sind normal. Uns kommt es vor, als ob jemand einen Fön mit Stufe 3 auf uns gerichtet hat. Man schwitzt, ohne sich bewegen zu müssen.
Am Freitag ist bei den Arabern Sonntag. Bis 10.00 Uhr wird gebetet. Wir spannen am Strand aus; im Schatten. Der Swimmingpool wird morgens mit riesigen Eisblöcken auf 28 ° C heruntergekühlt. Das Meer hat mehr als 30 ° C.
Auf der Messe angelangt, wird bereits Bilanz gezogen. Viele Informationen und Erkenntnisse haben die Beteiligung an dieser Messe gerechtfertigt. Das Angebot der Medizin in unseren Kliniken wird wahrscheinlich akzeptiert. Der Komfort der Häuser entspricht nicht überall den Ansprüchen der arabischen Gäste. Der Plan für Kooperationen mit guten Hotels, wie Maritim und Steigenberger, reift.
Der Service rund um den Gast muss auch den Transfer vom Flughafen und die Betreuung umfassen.
Das Schweinefleischfreie Essen ist wichtig. Dies alles als Paket - All inklusive - .

Diese erste Auslandsmesse der Wicker-Gruppe hatte es in sich. Erschöpft aber optimistisch kamen alle Teilnehmer wohlbehalten am Sonntag wieder in Deutschland an.

Die Messe hat viel Zeit und Vorbereitung gekostet. Die Nachbereitung entscheidet darüber, wie erfolgreich wir das Konzept aufbauen, ausländische Patienten in den Wicker-Kliniken als Selbstzahler zu betreuen. Damit kann ein Teil der leeren Betten belegt werden.
Nachgefragte Krankheitsbilder waren im Bereich der Orthopädie, Neurologie, Onkologie und Innere Medizin. Naturheilkunde und AYURVEDA interessiert ebenfalls. Essstörungen und Diabetes sind weit verbreitet.

Albert Breuer
Marketing-Manager

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Tecosoft · aktualisiert Nov 07
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