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· 1. Âyurveda-Kongress · Kassel


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1. Âyurveda-Kongress · Kassel

vom 7. bis 9. April 2000 in Kassel

Von Simone Loth

Seit etwa 20 Jahren wird AYURVEDA (altindisch "Wissenschaft vom Leben") auch in Deutschland immer populärer. Nachdem anfangs vor allem Schönheitsfarmen und Yoga-Schulen AYURVEDA anboten, etabliert sich der AYURVEDA in den letzten Jahren auch als alternatives medizinisches Angebot. Aus Anlass des fünfjährigen Jubiläums der AYURVEDA-Klinik in der Habichtswald-Klinik, Kassel, fand hier die erste interdisziplinäre deutsche AYURVEDA-Konferenz vom 7. bis 9. April statt. "Wir wollten alle zusammenbringen, die in Deutschland seriös AYURVEDA betreiben", umschreibt A. S. Chopra, Leitender Arzt der AYURVEDA-Klinik, Kassel, das Ziel dieser interdisziplinären Konferenz. Referenten aus Wissenschaft und Praxis vermittelten einen Eindruck von der Vielschichtigkeit des Phänomens "AYURVEDA in Deutschland". A. S. Chopra (Leitender Arzt der AYURVEDA-Klinik, Kassel) berichtete über erstaunliche Erfolge in der Behandlung des Metabolischen Syndroms (= Kombination aus Übergewicht, Erhöhung der Blutfette und des Blutzuckerspiegels) und des erhöhten Blutdruckes durch stationäre âyurvedische Heilverfahren. Möglichkeiten âyurvedischer Therapie bei Herzerkrankungen erläuterte Dr. Peter Hain (Chefarzt, Neue Wicker Kliniken, Bad Nauheim), und Dr. G. Dandekar (Wasserburg, Bodensee) wies auf âyurvedische Therapiemöglichkeiten bei Hepatitis hin. In den Beiträgen aus der Wissenschaft beschrieb Prof. Ammon (Universität Tübingen), wie das Harz des indischen Weihrauchbaums (Boswellia serrata) , das bei der Behandlung von rheumatischen Gelenkerkrankungen und entzündlichen Darmerkrankungen mit Erfolg eingesetzt wird, sich vom âyurvedischen Heilmittel zum modernen Arzneimittel entwickelt. Einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Ammon gebührt das Verdienst, den pharmakologischen Wirkmechanismus des Weihrauchharzes aufgeklärt zu haben. Prof. Stollberg (Universität Bielefeld) betrachtete AYURVEDA in Deutschland aus soziologischer Sicht, während Prof. Das (Universität Halle) die Wurzeln des AYURVEDA in der Indischen Kultur beleuchtete. In engagierten Diskussionen der etwa 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland wurde auf die Notwendigkeit einer Standardisierung âyurvedischer Weiterbildung in Deutschland verwiesen. Zum Rahmenprogramm der Konferenz gehörten eine Verkaufsausstellung âyurvedischer Produkte ebenso wie Praxis bezogene Seminare zu Themen wie "AYURVEDA im Alltag", "Behandlung von Gelenkerkrankungen durch AYURVEDA" etc. Mit dieser Konferenz wurde deutlich, dass AYURVEDA sich jenseits einer esoterischen Nische als alternatives medizinisches Angebot in Deutschland etabliert. Eine Fortsetzung dieses interdisziplinären wissenschaftlichen Forums in etwa zwei Jahren ist geplant.

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