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· Zertifizierung Hardtwaldkliniken, Juliane von der Erden
· Das patentierte Krokodil (Nacherzählung einer Geschichte)

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Zertifizierung Hardtwaldkliniken, Julia von der Erden und das patentierte Krokodil (Nacherzählung einer Geschichte)

Erfüllt die Qualitätsgrundsätze der DEGEMED und NISZERT nach ISO 9001

Am 25. Februar 2000 wurden den Hardtwaldkliniken offiziell ihre Zertifizierungsurkunden überreicht, die lange, intensive Arbeit hat zum Erfolg geführt. Nicht nur, dass jetzt alle wissen, wie sie die Arbeit am besten organisieren und wo man am schnellsten nachsehen kann, wenn es mal hakt, nein, auch die Öffentlichkeit zollte jetzt ihre Anerkennung.
Zu dem offiziellen Festakt im Kurhaus von Bad Zwesten waren Honoratioren aus Stadt, Kreis und Land und der Führung der Wicker-Unternehmensgruppe geladen und erschienen, und sie sparten nicht mit Glückwünschen, einige Ermahnungen jedoch waren auch darunter.

Foto: Herr Lothar Günther
Foto: Herr Lothar Günther

Nachdem die festliche Musik des Kurorchesters Bad Wildungen verklungen waren, hörten wir zunächst und dann immer wieder den ausdrücklichen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne deren Einsatz die Zertifizierung nicht gelungen wäre. Das Qualitätsmanagement, in der produzierenden Wirtschaft schon seit Jahrzehnten üblich und erfolgbringend angewendet, hat jetzt auch Einzug in das Gesundheitswesen gehalten und ermöglicht, Leistungen nach von außerhalb festgelegten Richtlinien zu vergleichen und verbessern. Dabei steht bei Wicker immer der Mensch im Mittelpunkt und das wird auch so bleiben. Die Zertifizierung ermöglicht nämlich auch den Patientinnen und Patienten, die Kliniken miteinander zu vergleichen, in der "Wirtschaft" sagt man auch "kundenorientiert arbeiten". Die Hardtwaldkliniken sind die ersten Kliniken aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die die Zertifizierung erhalten haben. Damit leisten sie einen Beitrag zu Standortsicherung und Sicherung der Arbeitsplätze.

Wir machen weiter so

Das in den Kliniken eingerichtete Qualitätsmanagement hat die Aufgabe, die inneren Abläufe zu optimieren, also bis zum Besten zu verändern. Die Zertifizierung ist eine Momentaufnahme in diesem nicht endenden Prozess, die Arbeitsabläufe in den Kliniken immer zu verbessern. Das bleibt auch Arbeitsauftrag für die Zukunft, spätestens in einem Jahr werden die Kliniken darauf hin überprüft, ob sie selber weiter nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und nur dann behalten sie die Zertifikate. Darauf wies der Vertreter der DEGEMED, der deutschen Gesellschaft für medizinische Rehabilitation e.V. ausdrücklich und zugleich ermunternd hin. Das dürfte den Hardtwaldkliniken nicht schwer fallen.

Durch die Arbeiten zur Zertifizierung ist die Psychotherapie, eine an sich subjektive Therapiemethode, objektivierbar geworden, besonders durch die Richtlinien der Niszert, die Zertifizierungsgesellschaft, mit der die HWK zusammenarbeiten. Die komplizierte Organisation der beiden Kliniken und der Dependance ist inhaltlich und funktional durchschaubar geworden und neben den therapeutischen haben auch alle anderen Abläufe in den Kliniken die Zertifizierung mit Bravour bestanden. Nochmals herzlichen Glückwunsch.

Nach vielen Reden, Dankesbezeugungen und sanften Ermahnungen erzählte der scheidende Verwaltungsleiter der HWK I, der in seinem Berufsleben sicherlich genügend Ernsthaftigkeit durchlebt hat, eine Geschichte über die Nutzanwendung eines Zertifikates, die uns alle sehr erheiterte; deswegen will ich sie hier nicht vorenthalten:


Das patentierte Krokodil

Foto: Herr Oberarzt Heinemann, Herr Kadel
Foto: Herr Oberarzt Heinemann, Herr Kadel

Das Krokodil war sehr unbeliebt wegen seines unersättlichen Appetits. Es lag im Fluss, hatte nach oben gesehen und ein kleines Äffchen bemerkt. "Pst, Sie", rief es, "kommen Sie runter, ich will sie fressen." Das kleine Äffchen erschrak furchtbar. Schnell jedoch kam der kleinen zitternden Affenseele ein rettender Gedanke. Es wandte sich an das Krokodil mit der Frage: "Sind Sie denn auch patentiert?" "Wieso patentiert?" fragte das Krokodil misstrauisch, "ich will Sie fressen, und das werde ich auch tun."
Das Äffchen sah überlegen auf das Krokodil herab. "Alle anständigen Leute in der Wüste werden jetzt patentiert, sonst ist man nicht fair. Man muss eben etwas haben, was andere nicht haben." Die Sache ging dem Krokodil nicht aus dem Kopf, denn es wollte gerne fair sein. Da ein Krokodilgehirn nicht groß ist - je größer das Maul, um so kleiner das Gehirn - war seine Denkkraft bald erschöpft.
"Wo kann man denn patentiert werden?" fragte es. "Beim Wüstenpatentkomitee. Das ist ein Büro." Gesagt, getan. Beim Wüstenpatentkomitee wurde das Gebiss des Krokodils patentiert. Das Patentkomitee bestand aus dem Kamel, dem Marabu und dem Panther. Das Kamel hatte die Akten zu führen und sonstige Schreibdienste zu versehen, es ließ mit subalterner Miene die Unterlippe hängen. Der Marabu hatte keine Haare auf dem Kopf und war juristischer Beirat. Der Panther als Vertreter der Behörde saß an einem Tisch und schaute grübelnd in die Runde.
Der Patenteintrag lautete: Patent Nr. 4. Dem Krokodil für eine Fleischhackmaschine im Maul; Abteilung Küchengeräte.
Das Kamel fertigte das Diplom aus und der Marabu übergab es dem Krokodil mit einigen ermahnenden Worten: "Seien Sie recht vorsichtig, Diplome sind etwas rein Dekoratives, sie sind auf sogenanntem autosuggestivem Wege aus dem überaus zähen und gänzlich unverdaulichen Stoff der Tradition hergestellt - ein übrigens internationales Verfahren - also verschlucken Sie es ja nicht! Ich empfehle mich Ihnen." Das Krokodil nahm behutsam sein Diplom zwischen die Zähne und trottete eiligst ab, zum Flussufer, um das kleine Äffchen zu fressen. Aber das war nicht mehr da.
Das Krokodil kroch in den Schlamm. So lag es Stunden. Am Abend sammelte sich viel Publikum am Fluss, um Abendbrot einzufangen. "Warum speisen Sie nichts, Herr Kollege?" fragte ein kleiner Alligator das Krokodil im Vorbeischwimmen. Das Krokodil konnte schwer sprechen. "Ich bin patentiert", lispelte es hochmütig, "ich kann nicht essen, ich habe mein Diplom im Maul. Dafür bin ich jetzt fair."
"Legen Sie doch Ihr Diplom ans Ufer und speisen Sie zu Abend." Das Krokodil kämpfte innerlich - der Appetit war furchtbar. "Nein", lispelte es schließlich mühsam, "am Ufer stehlen es mir die Affen." "Dann spucken Sies einfach aus!" sagte der kleine Alligator frech, "Wozu brauchen Sie denn ein Diplom? Wenn man ein Diplom nur immer im Maul haben kann, soll man lieber darauf verzichten, sonst kann man nichts mehr fressen."
Das Krokodil blieb unbeweglich. Es behielt sein Diplom im Maul und glotzte den Vetter böse und hungrig an. "Wenn Sie schon Ihr Diplom im Maul behalten", fuhr der Alligator fort, " so gestatten Sie vielleicht, dass ich Ihre Hintertatze zum Nachtisch esse." Das Krokodil drehte sich vor Angst und Wut um sich selbst herum, und in dieser Angst und Wut verschluckte es versehentlich sein Diplom.
Da wurde ihm sehr übel, wie noch nie, und in tiefer Ohnmacht schwamm es flussabwärts, wobei es vom Alligator und anderen teilnehmenden Verwandten aufgefressen wurde.

Juliane von der Erden

(Diese Geschichte ist eine Nacherzählung des Textes "Gesammelte Tiergeschichten" von Manfres Kyber, Ch. Wegner Verlag, Hamburg, 1955)

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Tecosoft · aktualisiert Nov 07
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