Neues Therapieprinzip beim fortgeschrittenen Prostata-Carcinom: Prüfung in der Sonnenberg-Klinik Von Prof. Dr. Manfred Heim Bei einem fortgeschrittenen Prostata-Carcinom wird meist primär eine Hormontherapie durchgeführt, die jedoch in der Regel nur eine zeitlich begrenzte Wirkung hat. Es ist daher dringend erforderlich, neue Therapieprinzipien, die die Lebensqualität der Patienten möglichst lange erhalten, zu prüfen. Ein neues biologisches Therapieverfahren ist die Behandlung mit modifiziertem Citruspektin. Hierbei handelt es sich um ein hochmolekulares Polysaccarid, das in Zitrusfrüchten vorkommt und durch ein spezielles Verfahren in ein niedrig molekulares Pektin, das über den Verdauungstrakt vom Körper aufgenommen wird, umgewandelt wird. Molekulares Citruspektin (MCP) ist in der Lage, die Metastasierung von Krebszellen durch Bindung von kohlenhydratbindenden Proteinen zu hemmen. Insbesondere wird die Anheftung von Prostatacarcinomzellen im Knochenmark verhindert. Zusätzlich konnte in experimentellen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass MCP auch das Wachstum von Tumorzellen direkt hemmt. Aufgrund dieser vielversprechenden experimentellen Daten wird derzeit in der Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf eine Prüfung der Wirksamkeit von MCP bei hormonrefraktären Prostata-Carcinom-Patienten durchgeführt. Die Behandlung ist gut verträglich und kann ambulant durchgeführt werden. Geeignete Patienten können in der Ambulanz der Sonnenberg-Klinik unter Tel.-Nr. 05652/54920 vorgestellt werden.

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