Geschichte des Hauses Die Neurologische Klinik Westend ist nach einer wechselvollen Geschichte 1992 eröffnet worden. | | Foto: Neurologische Klinik Westend |
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Errichtet wurde das Kerngebäude 1904/1905 als Westend-Hotel. Im 2. Weltkrieg diente es als Lazarett und Kinder-Landesverschickungsheim. Von ca. 1945 bis 1959 wurde es als Hotel geführt, wobei Teile des Gebäudes als Mantelfabrik dienten, weitere Bereiche eine Firma zur Runderneuerung von Autoreifen beherbergten sowie eine Gaststätte Zusätzlich befanden sich Behelfswohnungen für Flüchtlinge im Gebäude. 1955 wurde das Haus an einen Investor verkauft, der eine Umstrukturierung zum Sanatorium für LVA-Patienten einleitete. 1965 wurde das Haus umgebaut und erhielt den "Turm". 1983 gab es eine weitere Nutzungsänderung, diesmal zum Alten- und Pflegeheim. 1992 erfolgte der Verkauf an den jetzigen Besitzer, Herrn Michael Wicker, der das Haus nach umfassenden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen am 1. Oktober 1992 als Neurologische Klinik Westend eröffnete. Seitdem wurde schrittweise umgebaut, bis zu seiner heutigen Struktur mit 150 Betten für Patienten der neurologischen Rehabilitation der Phase B bis D. Zusätzlich wurde 1998 die ehemalige Kurklinik der Bundesknappschaft, das Haus Glückauf, komplett saniert und auf die Bedürfnisse der PatientInnen zugeschnitten, integriert. Das Haus befindet sich somit einerseits in der Tradition des Wildunger Rehabilitationswesens, hebt sich aber ab durch seine doch wechselvolle Geschichte mit unterschiedlicher Nutzung. Es entwickelt sich, bedingt durch die Änderungen des Gesundheitssystems, kontinuierlich weiter. Indikationen Die Neurologische Klinik Westend Bad Wildungen widmet sich seit Herbst 1992 der frühen Rehabilitation nach akuten Erkrankungen des Zentralen Nervensystems und der peripheren Nerven. Die Klinik gliedert sich in die Bereiche Frührehabilitation (75 Betten- zuzüglich 13 Betten Intensivstation), weiterführende Rehabilitation (50 Betten) und Anschlussheilbehandlung (zur Zeit 25 Betten). Diese sind verteilt auf 10 Bettenstationen. Zu den Hauptkrankheitsbildern gehören: Hirninfarkt, Hirnblutung, Subarachnoidalblutung, Schädelhirntrauma, Hypoxischer Hirnschaden, Entzündliche ZNS-Erkrankung, Multiple Sklerose, Guillian-Barrè-Syndrom, Tumorerkrankung des ZNS, Querschnittlähmung, Morbus Parkinson, Epilepsie, Muskelerkrankungen, Polyneuropathie, Bandscheibenerkrankung mit spinaler Raumforderung. Schwerpunkte in der Therapie Neben den üblichen Behandlungskonzepten in der neurologischen Rehabilitation werden zusätzlich angeboten: ein spezielles Therapiekonzept für schluckgestörte Patienten. Dies beinhaltet Diagnostik, Therapie und Weiterbehandlung Ein Konzept zur antispastischen Behandlung. Die neuropsychologischen Schwerpunktstationen. Hier haben PatientInnen mit Hirnleistungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten die Möglichkeit in einem geschützten Rahmen in einer Kleingruppe auf die Integration in das häusliche Umfeld vorbereitet zu werden. Ziele Ziel unserer gesamten Bemühungen ist es, dass die Patienten den sozialen, beruflichen und familiären Status der ihnen vor ihrer Erkrankung selbstverständlich war, wieder möglichst nahe kommen, im besten Fall das alte Leben wieder aufnehmen können. Mitarbeiterstruktur Um die Ziele zu erreichen, halten wir eine große Anzahl von hoch qualifizierten Mitarbeitern vor. Um deren Ausbildungsstand zu gewährleisten bzw. ständig zu verbessern, fördern wir intensiv die interne und externe Fortbildung. Die Klinik beschäftigt ca. 340 MitarbeiterInnen (Vollstellen), verteilt auf 15 Abteilungen. Besondere Leistungen: Patienten- und Angehörigenbüro: Die Rehabilitation von Schädel-Hirnverletzten ist in der Regel ein vielschichtiger und langandauernder Prozess. Um in diesem schwierigen Bereich erfolgreich tätig zu sein, ist die Zusammenarbeit einer Vielzahl von unterschiedlichen Berufsgruppen (Ärzte, Psychologen, Pflege, Therapeuten usw.) notwendig. Nicht weniger wichtig ist dabei aber auch die Zusammenarbeit zwischen dem Klinikpersonal und den Patienten und ihren Angehörigen. Um dies in optimaler Weise zu gewährleisten, sind wir auf die Mitarbeit der Patienten und ihrer Angehörigen angewiesen. Denn letztlich können nur sie entscheiden, ob sich unsere Bemühungen als nützlich und sinnvoll erweisen. Die Folgen der veränderten Lebenssituation müssen außer von den Patienten auch von deren Angehörigen bewältigt werden, denn selten bleiben schwere Hirnschädigungen eines Menschen ohne Konsequenzen für das berufliche und soziale Leben der übrigen Familienmitglieder. Die Angehörigen werden aktiv in die Rehabilitation mit einbezogen und "lernen", den Familienangehörigen bei der Weiterbetreuung zu Hause zu unterstützen. Es erfolgt eine bessere Mobilisierung der PatientInnen, da die Familienmitglieder zusätzlich deren Motivation fördern. Die NKW bietet im Gästehaus "Windhuk" eine preiswerte Unterbringung der Angehörigen an, damit diese die Rehabilitation so lang wie möglich begleiten können. Zur Wicker-Gruppe gehört seit dem 1. Jan. 2000 das externe Wohn- und Pflegeheim "Am Laupark", Laustr. 28 in Bad Wildungen. Bewohner im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit überwiegend neuropsychologischen Erkrankungen werden in zwei Wohngruppen à acht Personen betreut. Zusätzlich ist eine Abteilung für 20 Schwerstpflegebedürftige eröffnet worden. Als Kostenträger sind der Landeswohlfahrtsverband, die Berufsgenossenschaften, Selbstzahler, die Unfallkassen Hessen und die Pflegeversicherung zu nennen. Sofern gravierende Änderungen im Status des Bewohners auftreten, kann sich eine erneute Rehabilitationsbehandlung anschließen. Dies fügt sich nahtlos in das Konzept der durchgehenden Versorgung von PatientInnen nach der Akutphase im Krankenhaus ein. Wenn weitere Informationen gewünscht werden, kann auch unsere Internet-Adresse weiterhelfen. Selbstverständlich verfügt die Neurologische Klinik Westend heute über eine Homepage und eine E-Mailadresse. Von Jürgen Neuber und Sabine Ginglas
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