Das 25-jährige Klinikjubiläum der Hardtwaldklinik II ist ein Grund für einen kurzen Rückblick und für eine Tagung mit Feier, über die wir berichten möchten.
Klinikrückblick und Entwicklung:
 |
Foto: Die
Hardtwaldklinik II
vor 25 Jahren |
Im Januar 1977 wird die Klinik mit 190 Planbetten unter Leitung von Herrn Dr. Mentzel eröffnet. "Mit Gummistiefeln kamen die Mitarbeiter der Hardtwaldklinik II in deren ersten Tagen im Januar 1977 zum Dienst, da die Wege noch ungepflastert waren. Baulärm, Dreck, unfertige Arbeitszimmer - das alles tat dem Hochgefühl der ersten Stunde keinen Abbruch" (Kurtz-von Aschoff).
Im so genannten C-Flügel wohnten zu diesem Zeitpunkt viele Mitarbeiter der Klinik, dieser Teilbereich wurde erst später zu Patientenzimmern umgewandelt.
Januar bis Oktober 1977 Erkrankung Dr. Mentzel. Die Klinik wird mit den damaligen Oberärzten Dr. Harrach und Dr. Seeger weitergeführt. Im Oktober 1977 kommt Herr Dr. Mentzel zurück mit der Begrüßung: "Sie sehen, ich lebe noch".
 |
Foto: Das Team
der ersten Stunden |
1981 Gründung der Dependance der Hardtwaldklinik I. "Kooperation, Verfahrensvielfalt und deren Integration in eine Gesamtidentität" der Klinik war von Anfang an immer wieder eine Herausforderung, besonders als sich von 1981 an noch die humanistische Psychotherapie in Form der Gestalttherapie im Haus etablierte. Das "explosive Gemisch" von klassischer Psychoanalyse, Psychodrama und Gestalttherapie könnte eine heillose Verwirrung, sowie ein dauerndes Klima des Rivalisierens entstehen
lassen. Das ist in der jetzt 25-jährigen Geschichte der Hardtwaldklinik II nicht vorgekommen, weil alle Beteiligten Kooperation, Flexibilität und Achtung des anderen gezeigt haben. Die "Silberhochzeit verschiedener unterschiedlicher Verfahren unter einem Dach ist sicher bundesweit einmalig". (Frau J. Kurtz-von Aschoff).
1985 Herr Dr. Mentzel wird Ärztlicher Direktor, Herr Dr. Seeger Chefarzt, Prof. Dr. Schroeder übernimmt die gestalttherapeutische Abteilung in der Dependance.
1985 feiert Herr Werner Wilhelm Wicker seinen 50. Geburtstag in der Kulturhalle. Als Stargast trat der bekannte Sänger "Costa Cordalis" auf und heizte die Stimmung mächtig auf. Gerade waren alle so richtig in Fahrt gekommen als Frau Wicker das (riesige!) Eisbuffet ankündigte.... Der Künstler fühlte sich durch diese Unterbrechung so gekränkt, dass er die Veranstaltung unter Protest verließ und im weiteren Verlauf des Abends die Gäste der Zwestener Gaststätte "Krone" mit seinen Songs
begeistert haben soll....Wir Geburtstagsgäste haben uns jedoch auch ohne Sänger prächtig amüsiert!" (Frau J. Kurtz-von Aschoff)
1989 Klinikbrand im 7. Stock, vermutlich durch Bautätigkeiten ausgelöst, - die Folge der großen Um- und Ausbau im 6. Stock der Klinik.
7/1993 Leitungswechsel der ärztlichen Leitung von Dr. Mentzel zu Dr. Bernhard.
7/1994 Leitungswechsel in der Verwaltungsleitung von Frau Abendroth zu Frau Janowski.
1995 Einführung der Verhaltenstherapie als autonome Abteilung in die Hardtwaldklinik II unter Leitung von Dipl. Psych. Frau Kupka
 |
1999 Einführung und Zertifizierung eines Qualitätsmanagmentsystemes nach DIN EN ISO 9001 und den Richtlinien der DEGEMED für den Geltungsbereich Analytische Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Psychodrama, Psychosomatik |
| Foto: 1999 Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems · Übergabe der Zertifikate DIN EN ISO 9001 v. l. P. Janowski, L. Günther, R. Kadel, F. Kaiser, Dr. Heinemann, Prof. Welter, Dr. Bernhard, Werner. J. Wilhelm Wicker |
Klinikorganisation: (einige wichtige Veränderungen)
 |
Foto: Das heutige Team
der Hardtwaldklinik II |
Arbeitsschwerpunkte: Bad Zwestener Therapiemodelle
Dr. Mentzel:
Therapeutische Organisation und Integration von 3 Psychotherapieverfahren in einer Klinik.
Dr. Seeger:
Entwicklung eines Modells einer tiefenpsychologischen Psychodrama-Therapie.
Dr. Bernhard:
Aufbau einer autonomen verhaltenstherapeutischen Abteilung mit Aufnahmestation und Integration in die Abteilung analytische Psychotherapie. Modellvorstellung unter Einbeziehung des klinischen Realraumes in die stationäre Psychotherapie zur authentischen Konfliktreproduktion der Patienten. Kooperationsmodell im Rahmen der Facharztweiterbildung Psychotherapeutische Medizin zur Organisation der Langzeittherapien zwischen Klinik und niedergelassenen Fachkollegen.
Wissenschaftliche Aktivitäten:
Ein Katamneseprojekt der verhaltenstherapeutischen Abteilung mit Herrn Dr. Lutz, Universität Marburg Katamneseprojekt mit Evaluation stationärer Psychotherapie im Klinikverbund mit Prof. Koch, Hamburg.
Tagung
Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens möchten wir Sie alle herzlich zu unserer Tagung am 7. und 8. Juni 2002 einladen unter dem Thema: Stationäre Psychosomatische Rehabilitation: was hat sich bewährt, was wird sich verändern.
6 namhafte Fachvertreter werden jeweils vortragen:
Prof. Koch:
Psychosomatische Rehabilitation - Strukturen, Ergebnisse, Entwicklungstrends.
Prof. Rüddel:
Was macht die psychosomatische Rehabilitation so effektiv?
Dr. Paar:
Störungsspezifische Ansätze in der psychosomatischen Rehabilitation.
Prof. Lamprecht:
Stand der Forschung in der psychosomatischen Rehabilitation - Leitlinienentwicklung.
Prof. Egle:
Störungsspezifische Behandlung am Beispiel chronischer Schmerz.
Prof. Heuft:
Epidemiologie in Differenzialdiagnostik funktioneller Störungen im Alltag.
Am Freitagabend, findet der übliche gesellige Abend im Rahmen der Tagung statt. Am Samstag, 08. Juni 2002 wird Herr Dr. Bernhard zusammen mit Mitarbeitern der Klinik und Fachkollegen seinen 60. Geburtstag feiern. Die Hardtwaldklinik II, Fachklinik für psychosomatische Erkrankungen, mit ihren heute 234 Betten kann auf 25 Jahre mit vielen Höhen und Tiefen zurückblicken.
Die vergangenen Jahren waren oft schwierig und turbulent - aber wir haben es immer wieder geschafft mit einem engagierten Mitarbeiterstamm diese Schwierigkeiten zu meistern, den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht zu werden und unser gemeinsames Ziel - die qualifizierte Behandlung unserer Patienten zu sichern und zu verbessern.
An dieser Stelle ein "Großes Dankeschön" an alle Mitarbeiter der Hardtwaldklinik II, die dies erst durch ihre tägliche Arbeit ermöglicht haben.
Ärztlicher Direktor: Dr. med. P. Bernhard
Verwaltungsleitung: Frau P. Janowski