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7. Ausgabe - Juli bis Dezember 2002
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 Startseite > Inhalt > 50 Jahre Krebstherapie > Vorsorge und Nachsorge
50 Jahre Krebstherapie, Prof. Dr. Dr. E. H. Graul Onkologie
 

Vorsorge und Nachsorge - Der Krebskranke als Individuum Interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert Heilungschancen

In der Zusammenschau sind 2 wesentliche Fragen noch nicht berührt worden. Vorsorge und Nachsorge!
Die Nachsorge stellt ein Problem dar, das besonders den praktischen Arzt angeht. Bei der Führung der Behandlung und der psychischen Betreuung der schwerkranken Patienten darf der Praktiker nicht im Stich gelassen werden und es muss ein schneller Befundaustausch zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten stattfinden.
Wer die Behandlung eines Krebskranken (federführend) übernimmt, muss über ein vielseitiges onkologisches Wissen verfügen. Heute kann die Krebsbehandlung nur im Team durchgeführt werden, wozu Fachärzte der verschiedensten Disziplinen gehören müssen. Ein solches Team erarbeitet nicht nur die Diagnose, sondern entwickelt zugleich die möglichst optimale Behandlungsstrategie, die einer permanenten Überprüfung durch das Team unterliegt. Dass in einem solchen Team auch forschende Onkologen und Vertreter der experimentellen Krebsforscher mitwirken müssen, halte ich für dringend erforderlich. So darf heute z. B. in der modernen Krebsforschung ein Stammzellenforscher nicht fehlen.
Leider fehlt aus personellen und monetären Gründen die Umsorgung der Patienten gerade während der ersten Krebsbehandlung in der Klinik. Bettennot für solche Schwerkranken ist groß. Das zwingt zur vorzeitigen Entlassung und möglichst schnellen Verlegung in sog. Nachsorge-Kliniken im Sinne der Anschlussheilbehandlung.
Die Wicker-Gruppe mit ihren auf allen Gebieten modernsten Kliniken mit z.T. universitärem Niveau betreibt gerade solche Reha- und Krebsnachsorgekliniken (Habichtswald-Klinik, Sonnenberg-Klinik, Inselsberg-Klinik). Dort stehen all die geforderten Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten in optimaler Form zur Verfügung. Die von fachkundigen Ärzten geleiteten Kliniken repräsentieren Kliniken von sehr hohem Niveau.

  Gutartig   Bösartig
• Meist langsames Wachstum • Häufig schnelles Wachstum
• Wächst nur expansiv • Wächst auch infaltriv und zerstörend
• Scharf begrenzt (weder Invasion,
  Destruktion, noch Metastasen)
  Metastasierung
• Schlecht abgrenzbar, Einwachsen
  in Blutgefäße
• Architektur des Muttergewebes
  weitgehend erhalten (reife,
  ausdifferenzierte Gewebe)
  Polymorphie bei Geweben, Zellen
  und Zellkernen)
• Starkes Abweichen von der Struktur
  des Muttergewebes bis zur Un-
  kenntlichkeit möglich (Atypie und
• Wenig Mitosen • Meist viele Mitosen

 

Lunge Mund Colon-Rektum
• Starke Raucher über 50 • Starke Raucher und Trinker • Polypen-Anamnese
• Raucher mit mehr als 20
Zigaretten/Tag
• Mangelnde Mundhygiene • Polypen in der Familie
• Zigarettenhusten   • In der Anamnese ulceröse
Colitis
• Raucher, die vor dem
15.Lebensjahr begannen
  • Blut im Stuhl
• Raucher, die mit oder in
der Umgebung von Asbest
arbeiten
  • Älter als 40
     
Mamma Corpus uteri Cervix-uteri
• Knötchen oder
Veränderungen
an der Mammille
• Blutungen außer der Reihe
oder Ausfluss
• Blutungen außer der Reihe
oder Ausfluss,
Kontaktblutung
• Mamma-Ca in der Anamnese • Späte Menopause (n.55) • Häufig wechselnder
Geschlechtsverkehr
und früher Beginn
• Enge Verwandte mit
Mamma-Ca
• Diabetes, hoher Blutdruck • Sozial niedrig Gestellte
• Frauen über 35, bes. über 50 • Übergewicht • Wenig Fürsorge während oder
• nach einer Gravidität
• Frauen, die kein Kind hatten
oder das erste älter als 30
• Älter als 50 - 64 • Älter als 40 - 49
    • Ovarien
    • Ovarial-Ca-Anamnese unter
Blutsverwandten
     
Prostata Magen Haut
• Älter als 65 • Magen-Ca-Anamnese unter
Blutsverwandten
• Exzessive Sonnenexposition
• Schwierigkeiten beim
Wasserlassen
• Ernährung mit stark
geräucherten
gesalzenen oder sauren
Nahrungsmitteln
• Arbeit mit Teer,
Teerprodukten oder Creosot
  • Blutgruppe A scheint involviert
zu sein
 

 

Potentiell durch Chemotherapie heilbare Tumorleiden Tumor mit hoher Remissionswahrscheinlichkeit und langer Überlebenszeit
  • akute Lymphoblastenleukämie des Kindes
  • Lymphogranulomatose
  • histiozytäres Lymphom
  • Hodenkarzinom
  • embryonales Rhabdomyosarkom
  • Ewing-Sarkom
  • Wilms-Tumor
  • Burkitt-Lymphom
  • Retinoblastom
  • Choriokarzinom
  • Ovarialkarzinom
  • Mammakarzinom
  • akute Leukämie des Erwachsenen
  • Plasmozytom
  • Endometriumkarzinom
  • Prostatakarzinom
  • lymphozytäres Lymphom
  • Neuroblastom
  • NNR-Karzinom
  • malignes Insulinom
Gegenüber Chemotherapie Tumoren ohne wesentliche Verlängerung der Überlebenszeit, obwohl auf Chemotherapie ansprechend Tumoren, die durch Chemotherapie praktisch nicht zu beeinflussen sind
  • HNO-Karzinome
  • Gastrointestinale Karzinome
  • ZNS-Tumoren
  • Tumoren endokriner Drüsen
  • malignes Melanom
  • kleinzelliges Bronchialkarzinom
  • malignes Karzinoid
  • Osteosarkom
  • Weichteilsarkome
  • Hypernephrom
  • Blasenkarzinom
  • Ösophaguskarzinom
  • Plattenepithelkarzinom des Bronchus
  • Pankreaskarzinom
  • Leberkarzinom
  • Schilddrüsenkarzinom

 

 

Die wichtigsten gegen bösartige Tumoren wirksamen Therapeutika

I. Alkylantien

  A.   N-Lost-Derivate   B. Äthylenimine
1. N-Lost, NH2, Stickstoff-Lost, Dichloren 1. Triäthylenthiophosporsäureamid, Thio-Tepa
2. Chlorambucil, Leukeran 2.  Trisäthyleniminobenzochinon, Trenimon
3. Phenylalanin-Lost, Melphalan, Alkeran 3.  (Mitomycin C)
4. Cyclophosphamid, Cytoxan, Endoxan 4.  (Porfiromycin)
5. Trophosphamid, Ixoten    
6. Iphosphamid    
7. 1-(2-Chloräthyl)-3-cyclohexyl-1-Nitrosourea,
CCNU
   
8. 1,3-Bis-(2-chloräthyl)-nitrosourea, BCNU    
9. Mannit-Lost, Degranol    
10. Dibromdulcit    
  C. Methansulfonsäureester   D. Triazene
1. Busulfan, Myleran 1. 5-(3,3-Dimethyl-1-triazen)-
imidazol-4-carboxamid
DJC
2. Mannitmyleran, Mannogranol    
  E. Epoxyde    
1. Blutandiepoxyd    

II. Naturstoffe

  A. Pflanzeninhaltsstoffe (Mitosegifte)   B. Antibiotika
1. Desacetyl-N-methylcolchicin, Colcemid 1. a) Actionomycin D, Cosmegen-Lyovac
2. Podophyllotoxinderivate
a) Proresid
b) VM 26
c) VP 16
2.  b) Actionomycin C + D, Sanamycin
3. Vinca-Alkaloide
a) Vinblastin, Velbe
b) Vincristin, Onvocin
c) Vinleurosin
3.  (Mitomycin C)
    4.  Porfiromycin
    5. Streptonigrin
    6. Mithramycin
    7. Bleomycin
    8. Daunomycin, Rubidomycin, Daunoblastin, Ondena
    9. Adriamycin, Adriblastin
  C. Fermente    
1. L-Asparaginase, Casnitin    

III. Antimetabolite

  A. Folsäureantagonisten   B. Purin-Derivate
1. Aminopterin 1. 6-Mercaptopurin, Puri-Nethol
2. Amethopterin, Methotrexat 2. Azathioprin, Immuran resp. Immurek
    3. 6-Chlorpurin
    4.  6-Thioguanin
  C. Pyrimidin-Derivate    
1. 5-Fluoruracil, Fluoro-uracil    
2. N-(2-Furamidyl)-5-Fluoruracil, Ftorafur    
3. Cytosin-arabinosid, Alexan    

IV. Peroxydbildner

1. Procarbarzin, Natulan
2. (Streptonigrin)

V. Synthetische Substanzen unterschiedlicher Wirkung und Konstitution

1. Hydroxyurea, Litalir
2. Methylglyoxal-bis-guanylhydrazon, Methyl-GAG
3. Methoxy-2-2-oxybutyrlaldehyd-bisthiosemicarbazon, KTS
4. Phthalanilide

 

Heilungserfolge bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen

Krebstyp Heilungsrate in %
  1955 1986
Chorionkarzinom 0 60-90 (in Abhängigkeit von der Tumormasse)
Akute lymphatische Leukämie
(Kinder)
0 75
Akute lymphatische Leukämie
(Erwachsene)
0 40
Akute myeloische Leukämie 0 15-20
Morbus Hodgkin 0 80
Non-Hodgkin-Lymphom
(Kinder)
0 60
Diffuses histiozytäres Lymphom 0 50
Burkitt-Lymphom 0 50
Hodenkarzinom 0 90
Ovarialkarzinom 0 10-20
Wilms-Tumor 0 65
Osteogenes Sarkom 0 65
Rhabdomyosarkom 0 70

 

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