
Frau Dr. Rohleder Stiller (ZOOM) |
Herr M., 63 Jahre alt, hat einen neu festgestellten Diabetes mit Blutzuckerwerten um durchschnittlich 230 mg%, das HbA1c ist 8, die Blutdruckwerte liegen bei 160/90 mmHg, er hat 20 kg Übergewicht, lebt und isst gern und hat bis jetzt keine Folgen von Bluthochdruck oder Diabetes.
Sein Bruder, der Arzt ist, hat ihm gesagt, wenn er nicht innerhalb von drei Monaten normale Zuckerwerte hat, ist sein Risiko für einen Herzinfarkt im nächsten Jahr 30%. In einer Gesundheitssendung hat er gehört, dass er auf keinen Fall Zucker essen darf. In der Rehabilitation, die er eigentlich wegen Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden angetreten hat, hört er, dass die Zuckersenkung zunächst mal für das Infarktrisiko egal sei, eine Rolle spiele dann nur der hohe Blutdruck. Im Internet findet er viele Informationsquellen, ist aber unsicher, welche qualitativ gut ist. Ein Kollege ist vor drei Monaten an einem Herzinfarkt verstorben und Herr M. ist nun in Panik, dass ihm dasselbe passiert.
Seinen jungen Hausarzt, der kurz vor Antritt der Rehabilitation die erhöhten Blutzuckerwerte festgestellt hat und der ihm von neuesten Studien zum Diabetes erzählt hat, hat Herr M. mit der Frage verblüfft: Und woher wissen Sie, dass die Studien gut sind? Und treffen die überhaupt auf mich zu? Und wenn für mich ein Leben ohne Einschränkung beim Essen wichtiger ist, was raten Sie mir dann?
Damit hat der Patient die zentralen Elemente der "Evidence based Medicine" (EbM) thematisiert nämlich Integration von
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