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Der Gesetzgeber schreibt qualitätssichernde Maßnahmen in der medizinischen Versorgung vor und beauftragt Institutionen der medizinischen Selbstverwaltung mit der Umsetzung. In Hessen wurde 1996 ein in der Bundesrepublik Deutschland einmaliges Qualitätssicherungsprogramm für die Behandlung des Schlaganfalls eingeführt, das von der Geschäftsstelle für Qualitätssicherung Hessen (GQH) geleitet wird. Bis zum 01.01.2002 beteiligten sich 19 Kliniken an diesem Projekt, wobei es sich fast nur um neurologische Krankenhausabteilungen oder Kliniken handelte. Die Neurologische Akutklinik Bad Zwesten (NAK) nimmt seit Beginn an dieser Datenerhebung teil. Der komm. Leitende Arzt der NAK, Dr. Lutz Gerlach, arbeitet seit 1998 in der Arbeitsgruppe Schlaganfall Hessen (ASH) an der konzeptionellen Entwicklung und der praktischen Durchführung des Projektes mit und entwickelt in
einem Arbeitskreis die Qualitätsindikatoren für die Behandlung von Schlaganfällen.
Bei diesem Projekt werden durchgeführte Diagnostik, Therapie, Krankheitsverlauf und Behandlungsergebnis bei Patienten mit Hirninfarkten, intrazerebralen Blutungen und transitorisch ischämischen Attacken (TIA) dokumentiert. Mit dem 01.01.2003 wird diese Qualitätssicherung (QS) in Hessen für alle neurologischen und internistischen Abteilungen verpflichtend.
Einen besonderen Stellenwert nehmen die 1999 eröffneten Stroke Units (hochspezialisierte Behandlungszentren an Universitätskliniken und an Krankenhäusern der Maximalversorgung) ein. Für Stroke Units waren diese QS-Maßnahmen von Anfang an Pflicht. Zusätzlich erfolgt hier (und auch in der NAK freiwillig) nach einem halben Jahr eine schriftliche Befragung zum Gesundheitszustand des Patienten (Follow-Up). Die Ergebnisse dieser Nachuntersuchung sollen Kenntnisse über Langzeitergebnisse in der Schlaganfallbehandlung erbringen und Hinweise auf den Nutzen dieser neuen Einrichtungen liefern.
Die in der NAK erhobenen Daten werden anonymisiert und halbjährlich an die "Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen" weitergeleitet. Mit den dort gesammelten und analysierten Datensätzen aller beteiligten Kliniken werden vergleichende Aussagen zur Qualität der Schlaganfallbehandlung ermöglicht. Wir erhalten halbjährlich einen Bericht, in dem die Durchschnittswerte (wie häufig und wie schnell die notwendige Diagnostik und Therapie durchgeführt wurde, welche Komplikationen aufgetreten sind, usw.) der Gesamtgruppe mit den jeweiligen Durchschnittswerten der NAK verglichen werden. Anhand dieser Ergebnisse lässt sich sehr gut eine Stärke- und Schwächeanalyse unserer Leistungen durchführen.
Besonderes Gewicht liegt dabei auf den speziellen Qualitätsindikatoren der Schlaganfallbehandlung. Das sind derzeit die Häufigkeit spezieller Untersuchungen, die bei der Behandlung von Schlaganfällen notwendig sind, z. B. (Computertomographie), Magnetresonanztomographie des Gehirns und Ultraschalluntersuchungen der Gefäße und des Herzens. Die Neurologische Akutklinik erbringt in sämtlichen Bereichen der Qualitätsindikatoren vergleichbare Ergebnisse wie die 10 Hochleistungszentren (Stroke Units) in Hessen und befindet sich somit in der Spitzengruppe der Kliniken, die Schlaganfälle behandeln.
Aber nicht nur die Qualität der diagnostischen Leistung ist uns wichtig. Besonderes Augenmerk richten wir auf unser integratives therapeutisches Konzept, das eine möglichst umfassende, schnelle und intensive Therapie und Mobilisation anstrebt. Die letzte Jahresauswertung bei Patienten mit Hirninfarkten belegt das hervorragende Leistungsfeld. (Tabelle 1)
Wie oben schon beschrieben, nehmen die Stroke Units zusätzlich verpflichtend an einer Verlaufsuntersuchung teil. Die NAK stellt sich diesem Leistungsvergleich als einzige Klinik freiwillig und misst sich hier quasi mit den Besten (Tabelle 2). Hier ergeben sich auch unter dem Gesichtspunkt des langfristigen Therapieerfolges keine Unterschiede zu den Ergebnissen der großen Hochleistungszentren.
Den einweisenden Ärzten und Kliniken ist unser Qualitätsniveau aus der praktischen Arbeit vertraut. Qualitätssicherungsmaßnahmen können dies objektivieren und transparent machen. Der Erfolg unseres Engagements zeigt sich daran, dass immer mehr Patienten mit Schlaganfällen in unserer Klinik behandelt werden. 
Tabelle 1: Häufigkeit der durchgeführten
Therapien bei Patienten mit Hirninfarkt |
Therapieform
|
Anzahl der Patienten (in %) |
| |
Neurologische Akutklinik |
Andere Kliniken |
| Krankengymnastik |
85,9 % |
62,4 % |
| Ergotherapie |
75,7 % |
25,0 % |
Sprachtherapie bei
vorliegenden Störungen |
81.8 % |
46,4 % |
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Tabelle 2: Häufigkeit bestimmter Lebensformen
in der Patientenbefragung nach 6-Monaten |
Lebensform 6 Monate
nach Schlaganfall |
Anzahl der Patienten (in %) |
| |
Neurologische Akutklinik |
Andere Kliniken |
| Unabhängig zu Hause lebend |
52 % |
41 % |
| Zu Hause mit Pflege lebend |
27 % |
21 % |
| Im Heim lebend |
05 % |
04 % |
| Nach Akutphase verstorben |
04 % |
06 % |
| Keine Befragung/keine Angabe |
10 % |
25 % |
| Andere |
02 % |
03 % |
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