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8. Ausgabe - Januar bis Juni 2003
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"Junge Alte" stellen Rehabilitation vor große Herausforderungen

Vitalität bis ins hohe Alter - was sich unsere Großeltern noch erhofften, ist zur Realität geworden. Dank verbesserter medizinischer Versorgung, besseren sozialen und ökonomischen Voraussetzungen leben alte Menschen heute länger und sind weitaus gesünder als noch vor wenigen Generationen. Degemed, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation

Menschen über 85 Jahre stellen in der Bundesrepublik Deutschland derzeit den am schnellsten wachsenden Teil der Bevölkerung dar. Gleichzeitig geht die Zahl "junger" alter Menschen, die im Alltag Hilfe brauchen, zurück. Mit zunehmendem Alter jedoch - gerade jenseits des 80. Lebensjahres - häufen sich chronische Krankheiten. Welche Veränderungen und Chancen Rehabilitation und Pflege vor diesem Hintergrund erwarten, diskutierte die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED), zu deren Gründungsmitgliedern die Wicker Gruppe gehört, im September bei einer gemeinsamen Tagung mit dem Berliner Institut für Medizinische Soziologie (ZHGB) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Krankenpflegepersonen e.V. (BALK) in Berlin. Fazit der Tagung: Reha und Pflege werden in Zukunft weit über ihre bisherigen Tätigkeitsgebiete hinaus gefordert werden. Und die Veränderungen der Zukunft verlangen mehr denn je eine Anerkennung der Rehabilitation als integraler und vernetzter Bestandteil des Gesundheitssystems.

Geriatrische Medizin gehört - wenn sie ganzheitlich betrieben wird - unstrittig zu einem der umfangreichsten klinischen Aufgabenfelder. Dabei wird es in Zukunft nicht darum gehen, beim alternden Menschen einen bestimmten Zustand bis zum Lebensende konstant zu erhalten, sondern das Bewahren oder Wiederherstellen seiner Selbständigkeit, Selbstverantwortung und sozialen Integration. Eine Aufgabe, bei der Hausarzt, Akutkrankenhaus, Rehabilitation und Pflege eng zusammenarbeiten müssen. Gerade die Rehabilitation kann hier mit ihren Methoden einen entscheidenden Beitrag zur Vermeidung von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit leisten. Doch die integrierte Versorgung alter Menschen stößt in der Praxis derzeit an ihre Grenzen. Längst nicht nur durch den engen Rahmen der Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems. Mangelnde Zusammenarbeit zwischen Leistungsträgern und Leistungserbringern statt einer stärkeren Vernetzung und Integration im Sinne des Patienten ist an der Tagesordnung. Vielfältige Vertragsstrukturen und Überschneidungen in den Aufgabengebieten der Leistungserbringer und mangelhafte Leistungsgesetze behindern eine ganzheitliche Versorgung. Und die politischen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel die Umsetzung des im vergangenen Jahr in Kraft getretenen Sozialgesetzbuchs IX, das den Grundsatz "Rehabilitation vor Pflege" vertritt, lassen derzeit noch Lücken offen. Hinzu kommt ein Mangel an Verständnis für die Leistungsfähigkeit der Rehabilitation.

Um die bestehenden Möglichkeiten einer Integration zu nutzen, so der Tenor der DEGEMED-Tagung, könnten schon jetzt wichtige Schritte unternommen werden. Zum Beispiel durch eine Stärkung der Position der Hausärzte als "Koordinatoren" des Systems, durch eine verstärkte geriatrische Aus- und Weiterbildung und verstärkte Vernetzung aller Akteure. Die DEGEMED unternimmt in dieser Richtung bereits erste Schritte. Eine Arbeitsgruppe des Verbandes befasst sich derzeit mit der Entwicklung von Reha-Anforderungsprofilen für Disease-Management-Programme, eine weitere Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema "Reha und Pflege" befassen. Ein Schritt hin zu einer Harmonisierung der Interessen aller Beteiligter, um eine Anpassung von Rehabilitation und Pflege an den Wandel der Altersstruktur zu erreichen.

www.degemed.de

Berliner Tagung der DEGEMED
Berliner Tagung der DEGEMED
(ZOOM)
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