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8. Ausgabe - Januar bis Juni 2003
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Gewichtsreduktion
Gesundheitsratgeber

Die zehn goldenen Regeln zur
Gewichtsreduktion

von Dr. Volker Schmiedel

Wundermittel zur Gewichtsabnahme gibt es viele. In jeder Frauenzeitschrift finden Sie die ultimative “Fat burner-Kapsel”, das Diät-Pülverchen ohne Jojo-Effekt oder die endlich dauerhaft wirksame Diät.

Alle diese Angebote haben eines gemeinsam:


Der Übergewichtige kann sich sein Wunschgewicht "kaufen". Er braucht ansonsten nichts dafür zu tun - vor allem braucht er aber seine Lebensweise, seine Ernährung und seine Einstellungen nicht zu verändern. Verändern wird sich allerdings auch meist sein Gewicht nicht.

Die folgenden 10 Regeln sind leider völlig unspektakulär. Sie kosten auch nichts, weshalb niemand ein ökonomisches Interesse daran hat, dass sie bekannt werden. Sie haben einen weiteren großen Nachteil:

Es wird Sie eigene Anstrengung kosten, diese Regeln umzusetzen.

1. Das leidige Wiegen
Ich empfehle Ihnen nicht mehr und nicht weniger als einmal Wiegen in der Woche, z. B. am Sonntag morgen vor dem Frühstück. Dann können Sie in Ruhe überlegen, was Sie in der vergangenen Woche falsch oder richtig gemacht haben. Tragen Sie das Gewicht in eine Tabelle oder als "Fieberkurve" auf Rechenpapier auf. Wenn Sie diese Kurve an den Kühlschrank hängen, kann Sie das von dem einen oder anderen "Fehlgriff" abhalten.

2. Trinken Sie Wasser
Wenn Sie vor jeder Mahlzeit ein Glas lauwarmes Wasser schlückchenweise trinken, so weist Ihr Magen schon eine gewisse Grundfüllung auf. Die nachfolgende Mahlzeit wird dann meist nicht ganz so üppig ausfallen.

3. Rohkost oder Obst
Wenn Sie es vertragen - nicht jeder verträgt Rohkost gut -, so beginnen Sie jede Mahlzeit mit dem Salatteller oder einem Stück Obst.

4. Kauen Sie richtig
Probieren Sie es doch einmal aus: Kauen Sie jeden Bissen konsequent mindestens 30x und schlucken Sie ihn, wenn er ganz flüssig geworden ist. Erst dann dürfen Sie den nächsten Happen zum Munde führen. Sie werden erstaunt sein, wie lange Sie für eine Mahlzeit brauchen, wie anders und intensiver es plötzlich schmeckt und wie schnell Sie satt sein werden!

5. Wann wird die Mahlzeit beendet?
Wir alle haben es noch so gelernt: Aufstehen dürfen wir erst, wenn der Teller leer ist! Hören Sie doch einfach dann auf, wenn Sie satt sind! Auch wenn es schwer fällt: Lassen Sie ruhig einmal etwas liegen. Noch besser: Laden Sie sich den Teller von vornherein nicht so voll. Sie sollten andererseits aber auch nicht hungrig vom Tisch aufstehen. Dann lechzen Sie nämlich bereits nach einer vielleicht kalorienreichen Mahlzeit.

6. Wenn der kleine Hunger zwischendurch kommt
Wenn Sie sich mit vollwertigen Lebensmitteln wie oben beschrieben bei einer Mahlzeit satt gegessen haben, dann reicht es meist auch bis zur nächsten Hauptmahlzeit. Haben Sie schnell resorbierbare Kohlenhydrate (z. B. Süßigkeiten) verzehrt, so kommt es zu einer starken Insulinausschüttung mit nachfolgender Unterzuckerung und daher erneutem Heißhunger - meist wieder auf Süßes. Vollkornprodukte beugen diesem Mechanismus vor. Sollte doch einmal der kleine Hunger zwischendurch kommen, dann greifen Sie lieber zu einem Apfel, einer Karotte, einem Vollkornknäckebrot oder einer Reiswaffel. Auch ein Glas Mineralwasser kann den Hunger mitunter stillen.

7. Darf ich denn gar keine Süßigkeiten mehr essen?
Wenn Sie einmal "sündigen", dann sollten Sie Folgendes beherzigen: Wenn Sie sich für ein Stück Kuchen, einen Riegel Schokolade oder eine Eiskugel entscheiden, dann tun Sie es bitte ganz bewusst. Und vor allem: Genießen Sie es! Nehmen Sie eine kleine Menge und essen Sie diese ganz, ganz langsam auf. Schlingen Sie nicht eine Tafel Schokolade auf einmal herunter, sondern lutschen Sie eine halbe Stunde an einem kleinen Stück herum. Sie werden merken, dass es sie sättigt und befriedigt, als wenn Sie eine ganze Tafel verzehrt hätten.

8. Alkohol - ja oder nein?
Auch Alkohol enthält viele "leere Kalorien". Während ein Gramm Zucker oder Eiweiß etwa vier Kalorien hat, sind dies beim Fett ganze neun. Der Alkohol steht dem reinen Fett mit etwa sieben Kalorien pro Gramm kaum nach! Wenn Sie auch während einer Phase der Gewichtsabnahme nicht vollständig auf Alkohol verzichten wollen, dann handhaben Sie den Konsum wenigstens kontrolliert: Gönnen Sie sich einmal pro Woche maximal eine Flasche Bier oder ein Glas Wein.

9. Sport - der beste Fatburner
Es gibt keinen besseren "Fatburner" (Fettverbrenner) als die körperliche Betätigung mit Ausdauerbelastungen. Noch ein weiterer riesiger Vorteil: Muskelzellen verbrennen auch in Ruhe wesentlich mehr Energie als Fettzellen. Ist es Ihnen durch regelmäßige Bewegung erst einmal gelungen, Fett ab- und Muskeln aufzubauen, so steigt auch der Energieverbrauch in Ruhe deutlich an. Der Traum jedes Übergewichtigen - Energie im Schlaf zu verbrennen - wird durch Sport zur Wirklichkeit!

10. Der Entlastungstag
Ein Entlastungstag ist eine gute Möglichkeit, das "Zuviel" des einen Tages durch ein "Weniger" am nächsten Tag auszugleichen. Essen Sie einen Tag lang nur Obst, wobei Sie sehr süßes Obst eher vermeiden sollten (z. B. Bananen, Trockenobst). An Äpfeln, Wassermelonen oder Ananas können Sie verzehren, soviel sie wollen. Sie sparen damit Kalorien ein, entwässern ihren Körper und führen noch viele Ballaststoffe, Vitamine und Enzyme zu. Genauso gut geht es mit einem Safttag (keine gesalzenen Säfte!) oder einem Reistag.

Je mehr von diesen zehn goldenen Tipps Sie umsetzen, umso größer sind Ihre Chancen, langsam aber stetig, Ihr Zielgewicht zu erreichen. Es geht nicht so schnell, wie bei einer der "üblichen" Wunderdiäten, ist dafür aber nachhaltiger. Viel Erfolg!  

Literatur: Schmiedel/Augustin: Handbuch Naturheilkunde, Kap. Übergewicht

www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de
schmiedel@habichtswaldklinik-ayurveda.de


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Aktualisiert im März 2010