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| von Universitäts-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. E. H. Graul
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Vor 10 Jahren noch wurde die Osteoporose als Erkrankung der alten Frau angesehen. Inzwischen warnen Experten, dass die Osteoporose alle Menschen treffen kann, unabhängig von Geschlecht und Alter. Die Osteoporose zählt zu den häufigsten Skeletterkrankungen. Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen etwa 7 Millionen Menschen an dieser Volkskrankheit. Die meisten von den betroffenen Erkrankten sind Frauen in und nach den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose). Die altersbedingte Osteoporose (senile Osteoporose) spielt aufgrund der immer höher werdenden Lebenserwartung eine enorme Rolle. Im hohen Alter erkranken etwa doppelt so viele Frauen an dieser Krankheit wie Männer. Trotzdem ist Osteoporose immer noch eine unterschätzte, unterdiagnostizierte und untertherapierte Krankheit. Deswegen ist eine Prävention von enormer, auch volkswirtschaftlicher
Bedeutung. In der Bundesrepublik beläuft sich die Summe der Kosten für Oberschenkelhalsfrakturen und Wirbelkörperfrakturen auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Darin eingeschlossen sind die Kosten für die Akutversorgung, die Nachsorge, Rehabilitationsbemühungen und im Einzelfall für die lang dauernde Pflege. Aus diesem Grunde ist es wünschenswert, eine verbesserte Aufklärung der Bevölkerung über die Möglichkeit der Prävention zu erwirken. In diesem Zusammenhang erscheint es unverständlich, dass die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine Knochendichtemessung erst übernimmt, wenn bereits eine Fraktur eingetreten ist. 
| 1. Definition |
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Osteoporose heißt wörtlich übersetzt "poröser Knochen". Der Knochen ist ein dynamisches Organ und keine starre und leblose Stütze des Körpers. Spezielle Zellen sorgen im Inneren für einen permanenten Auf- und Abbau der Knochenmasse, die inneren Knochenstrukturen sind maßgeblich für Stabilität und Elastizität verantwortlich. Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die charakterisiert ist durch eine Verminderung der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit entsprechend reduzierter Festigkeit und erhöhter Frakturneigung. Unter den verschiedenen Osteoporoseformen (idiopathische oder juvenile Osteoporose, idiopathische Osteoporose junger Erwachsener) wollen wir uns hier nur mit der häufigsten Form der postmenopausalen Osteoporose Typ I und der senilen Osteoporose Typ II befassen. Auf die sog. sekundäre Osteoporose kann hier nicht näher eingegangen werden.
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