Logo der Wicker-Gruppe
Wicker Magazin
8. Ausgabe - Januar bis Juni 2003
 Navigation 8. Ausgabe
 Navigation Wicker-Gruppe 
 Kontakt

 

 Startseite > Inhalt > Osteoporose (Knochenschwund) > Ursachen, Prävention, Therapie
Osteoporose (Knochenschwund) Damoklesschwert nur für Senioren?
von Universitäts-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. E. H. Graul
Zurück zur Einstiegseite Osteoporose
2. Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Osteoporose sind vielfältig. Bereits ab einem Alter von 35 Jahren verlieren die Knochen an Substanz, jährlich ist es etwa 1 % der Knochenmasse. Aber auch erbliche Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Stoffwechselstörungen, Medikamenteneinnahme (z. B. Kortison) und Ernährungsmängel gelten als Risikofaktoren. Zweifellos gehören Frauen in und nach den Wechseljahren zu der größten Risikogruppe. Der Knochenmasseverlust kann sich bei Frauen in und kurz nach den Wechseljahren auf bis zu 5 % jährlich steigern.

3. Prävention

Da Kalzium der wichtigste Grundstoff für den Knochenaufbau ist, sollte die Ernährung ausgewogen und kalziumreich sein. Besonders gute Kalziumlieferanten sind Milch und Milchprodukte wie Joghurt oder Käse. Optimal versorgt ist der Körper mit 800 mg pro Tag. Ältere Menschen, schwangere, stillende und Frauen nach der Menopause haben jedoch einen erhöhten Bedarf, es werden mindestens 1000 mg Kalzium täglich empfohlen.

Auf folgende Lebensmittel sollte verzichtet werden:

  • Fett
  • Alkohol
  • Phosphat (Cola, Limonade, Fleisch)
  • Oxalsäure (Schokolade, Nüsse)
  • Übermaß an Salz
  • Zuviel Eiweiß
  • Koffein und Nikotin
4. Therapie
Die Osteoporose ist eine ernstzunehmende, aber behandelbare Krankheit. Die Behandlungsstrategie zielt vorrangig auf die Verhütung von Knochenfrakturen. Die erfolgreiche Behandlung umfasst folgende Komponenten:
  • Schmerztherapie
  • Bewegungstherapie und Gymnastik
  • Sturzprophylaxe
  • knochenbewusste Ernährung
  • Basistherapie mit Vitamin D plus Kalzium
  • Hormonersatztherapie (Östrogen, Gestagen, Raloxifen, Testosteron)
  • antiresorptive Therapie (Bisphosphonate, Kalzitonin)
  • osteoanable Therapie (Fluorid, Strontium, Anabolika), neue Therapieansätze (Parathormon,Statine, Wachstumsfaktoren, Tetrazykline, Leptin).

Die einzelnen Komponenten dieses therapeutischen Spektrums müssen individuell auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Die Grundlage der medikamentösen Behandlung sollte auf jeden Fall in der Gabe von Kalzium und Vitamin D als Basistherapie bestehen. Bei Frauen kann eine Hormonersatztherapie direkt nach der Menopause eingesetzt werden. Neben Fluoriden und Calcitoninen kann man die Bisphosphonate als zentrale Säule der Osteoporosetherapie ansehen. Bisphosphonate hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Zellen, dadurch nimmt die Knochenmasse zu, die Gefahr von Knochenbrüchen sinkt.

Da der Schmerz im Vordergrund der osteoporosekranken Menschen steht, gilt es als erstes, den akuten Schmerz zu lindern, der auch nach Abheilung einer Fraktur in einen chronischen Schmerz übergehen kann. Hier haben sich Analgetika und nichtsteroidale Antirheumatika bewährt, besonders die modernen COX-2-Hemmer. Krankengymnastische Maßnahmen sind erforderlich, die nach und nach durch sporttherapeutische Maßnahmen abgelöst werden können.
Bei dem osteoporotischen Mann muss ein Testosteron-Mangel ausgeschlossen bzw. ausgeglichen werden.

Der Therapieerfolg muss beurteilt und objektiv messbar gemacht werden. Neben biochemischen Markern des Knochenabbaus im Blut sollte auch die Knochendichte einmal jährlich als Maß des Therapieerfolges eingesetzt werden. Auch die nur subjektiv zu messenden Parameter durch Schmerzen, Lebensqualität und Mobilität sollten als Nebenkriterien eingestuft werden. Die Therapiedauer sollte 1-4 Jahre, je nach Schweregrad und Anstieg der Knochendichte, betragen.

Prävention ist immer leichter, preiswerter und effektiver als Therapie.

Literatur:
Bad Pyrmonter Repetitorium
Wolfgang Pollähne, Hans Bröll, Peter Burckhardt, Günter Delling, Helmut W. Minne

Osteoporose
Reiner Bartl

Zurück zur Einstiegseite Osteoporose

Lesen Sie bitte auch die weiteren Themen:

Osteoporose-Selbsthilfegruppe
Knochendichtemessung
Artikel ausdrucken
Artikel als PDF-Version
 

Navigation 8. Ausgabe

Ausführlicher Inhalt, Impressum · Wicker im Internet · Neurologische Akutklinik · Symposium · DEGEMED · Qualitätsmanagement · Gesundheitsversorgung · Osteoporose · 30 Jahre Wicker-Klinik · Ministerpräsident · Willingen stellt sich vor · Zentrallabor WWK · Wohn- und Pflegeheim · Tag der offenen Tür · Arbeitskreis sexuelle Gewalt ·  WAP-Tagung · Veranstaltungskalender · Weiterbildungsangebote · Via Medici · Beurteilung Wicker-Magazin · Arabische Nacht · CD von Annette Vesper · Gesundheitsratgeber · PatientInnen-Seite · Pflegeverein, Generika · Jubiläen der Wicker-Gruppe · Wicker-Sport · Kurz notiert · MitarbeiterInnen · Wicker-Shop · Gewinnspiel · Kurhotel Hochsauerland · Startseite · Einstiegseite Wicker-Magazin

Navigation der Wicker-Gruppe

Startseite deutsch · Kliniken der Wicker-Gruppe · Weitere Unternehmen · Aktuelles · Newsliste · Kontakt · Suche · Stellenangebote · Gesundheitstipps · English version



Büro Wicker · Brunnenallee 29 · 34537 Bad Wildungen (Germany)
Tel. (0 56 21) 8 06-2 08 · Fax (0 56 21) 8 06-1 12 · E-Mail · Impressum
Copyright © 1997-2003 Wicker-Gruppe
Aktualisiert im März 2010