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9. Ausgabe · Juli - Dezember 2003
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Wie wirkt das eigentlich? Cholesterinsenker
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Von Pharmareferenten werden Cholesterinsenker (Statine) geradezu als Wunderheilmittel angepriesen, welche die Rate von Herzinfarkten drastisch zu reduzieren vermögen. Andere betrachten diese Mittel wegen nachgewiesener (z.B. Leber- und Muskelschäden) oder vermuteter Nebenwirkungen (fraglich erhöhtes Krebsrisiko) eher skeptisch. Was sind Cholesterinsenker? Ein großer Teil des im Körper vorhandenen Cholesterins stammt nicht aus der Nahrung, sondern aus der körpereigenen Produktion. Cholesterinsenker hemmen die Bildung des Cholesterins. Dabei wird insbesondere das „schlechte“, für Arteriosklerose verantwortliche LDL- Cholesterin gesenkt. Nebenbei erfahren die Triglyceride auch eine gewisse Senkung. Leider wird die Bildung der wichtigen vitaminähnlichen Substanz Ubichinon Q10 auch gehemmt, da der Syntheseweg dem des Cholesterins bis auf den letzten Schritt identisch ist. Das Q10 ist für den Energiestoffwechsel des Muskels bedeutsam. In Deutschland zugelassene Cholesterinsynthesehemmer Name des Wirkstoffes Handelsname Atorvastatin Sortis Pravastatin Liprevil, Pravasin, Mevalotin Simvastatin Denan Zocor Sinkt die Sterblichkeit? Ziel der Behandlung soll ja nicht sein, nur eine reine Laborkosmetik zu betreiben. Vielmehr wird mit der medikamentösen Cholesterinsenkung eine Vermeidung von Herzinfarkten, von Schlaganfällen sowie in letzter Konsequenz von Todesfällen angestrebt. Wird dieses Ziel nicht erreicht, dann nützen auch die schönsten Cholesterinwerte nicht. Nebenwirkungen - Hautausschlag - Muskelschmerz, -krämpfe, - zerstörung - Kopfschmerz - Müdigkeit, Schlafstörungen - Sodbrennen, Blähungen, Bauchschmerz, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall - Anstieg der Leberwerte - Gelenkschmerz, Lichtempfindlichkeit, verminderte Bildung von Blutplättchen oder weißen Blutkörperchen, Blutarmut, Nervenschädigung, Haarausfall Für Statine konnte in einigen Studien eine Verminderung der Gesamtsterblichkeit gefunden werden - zumindest im Untersuchungszeitraum von etwa fünf Jahren und bei der ausgewählten Gruppe der Patienten. Langzeitstudien von mehr als 10 oder gar 20 Jahren gibt es hingegen nicht. Zwar trägt die Cholesterinsenkung sicherlich mit dazu bei, dass die Arteriosklerose sich nicht so rasch weiter entwickelt. Der Haupteffekt wird inzwischen darauf zurückgeführt, dass die Statine eine gewisse antioxidative Wirkung, vor allem aber eine plaquestabilisierende Wirkung haben. Ein Wort zu den Nebenwirkungen Die meisten der Nebenwirkungen (siehe oben) sind ausgesprochen selten (weit unter 1. So kann ein Anstieg der Leberwerte um bis das Doppelte durchaus toleriert werden, wenn die Werte nicht weiter ansteigen. Wie bei jeglicher Gabe müssen immer Risiken der unbehandelten Erkrankung gegenüber denen der Medikamenteneinnahme abgewogen werden. Wer sollte Statine einnehmen? Nach heutiger Lehrmeinung sollten mindestens alle Hochrisikopatienten für Gefäßerkrankungen Statine einnehmen. Dabei handelt es sich um Personen, bei denen bereits eine koronare Gefäßerkrankung bekannt ist (z.B. Herzinfarkt), familiäre Hypercholesterinämie oder aus anderen Gründen stark erhöhte Cholesterinwerte, die mit natürlichen Mitteln bisher nicht in den gewünschten Bereich gesenkt wurden. Ab welchem Cholesterinwert ohne bekannte Erkrankung medikamentös behandelt werden sollte, darüber streiten sich die Gelehrten. Eine individuelle ist einer undifferenzierten Therapieentscheidung in jedem Fall vorzuziehen. Literatur: Schmiedel, V.: Cholesterin naturgemäß behandeln, Haug -Verlag Dr. Volker Schmiedel Habichtswaldklinik 34131 Kassel schmiedel@habichtswaldklinik - ayurveda.de www.habichtswaldklinikayurveda. de Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Der Naturarzt“. Wir danken dem Access-Verlag für die freundliche Genehmigung zum Abdruck. www.naturarzt - access.de

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21.01.2006

 


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