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9. Ausgabe · Juli - Dezember 2003
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 Startseite > Inhalt >  25 Jahre im Stammhaus - Erfahrungsbericht einer Patientin
 
25 Jahre im Stammhaus - Erfahrungsbericht einer Patientin
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Im Januar 2003 war ich wieder in der Wicker Klinik (im sogenannten Stammhaus) in Bad Wildungen, in der neurologischen Abteilung als Patient zugegen. Es war für mich wieder ein sehr gewinnbringender gesundheitlicher Aufbau, den ich nicht mehr missen möchte. Durch die außerordentlich guten, breitgefächerten Therapiemöglichkeiten im Hause, ergeben sich bei mir immer wieder positive, wenn auch langsam ansteigende Kräfte -Potenziale, aber für den Erhalt seiner verbleibenden Gesundheit muss man halt auch teils hart arbeiten und kämpfen. Und genau das habe ich von den Therapeuten in der Wicker Klinik gelernt und auch immer beherzigt. Sonst würde ich heute höchstwahrscheinlich schon auf Dauer im Rollstuhl sitzen müssen. Wie alles begann Die BfA in Berlin hatte mir zur Erhaltung meiner Arbeitskraft eine Kur bewilligt. Am Donnerstag, dem 6. Juli 1978, wurde ich durch das Sanatorium Wicker, so hieß es damals noch, zum Kurbeginn erwartet. Ich war 24 Jahre alt, kam, sah und siegte. Es hat mir alles sofort sehr gut gefallen, das Haus, die Betreuung, die Umgebung, Bad Wildungen selbst, kurzum, ich fühlte mich fast wie zu Hause. Selbst die Familie Wicker wohnte noch dort. Mit den beiden Wicker- Jungs habe ich mit anderen Kurgästen, so hießen wir damals noch, in der Gymnastik - Halle Tischtennis gespielt. Seinerzeit war ich noch besser zu Fuß. Es war alles ziemlich unkompliziert und familiär. Früher gab es auch in der Empfangshalle, gegenüber dem Farbfernsehraum und dem schwarz /weiß Fernseh- und Raucherraum noch 5 kleine Haus -Telefonzellen, die wir immer stürmten, wenn nach dem Abendessen von der Rezeption unsere Namen per Mikro aufgerufen wurden, um in Telefonzelle 1- 5 unsere Privatgespräche entgegenzunehmen. Natürlich nur kurz, damit viele etwas davon hatten und wir frohgestimmt anschließend im Pulk die Lokalitäten der Brunnenallee oder der Altstadt unsicher machen konnten. Gehörte auch zur Entspannung dazu. Im Laufe der Jahre wurde das Sanatorium Wicker zur Wicker Klinik. Es entstand ein Neubau, weitere Anbauten und noch mehr Umbauten. Alles wurde neuer, moderner, attraktiver und schicker. Die Umbauarbeiten gingen alle zügig voran, der meiste Baulärm fand Samstags statt, da wurden wir dann alle zu Bus - Ausflugsfahrten in den Hochsauerlandkreis oder in die Kurhessen- Therme nach Kassel auf Hauskosten eingeladen und hingefahren. Das waren immer tolle gemeinschaftliche Ereignisse. Vielleicht erinnern sich noch viele Leser daran. Aus uns Kurgästen wurden Reha-Patienten, die medizinisch, gerätetechnisch und therapeutisch immer auf dem neuesten Stand untersucht und betreut werden konnten. Davon habe auch ich im großem Maße profitieren können. Mitte der 80er Jahre hatte ich einen schweren Ski - Unfall, so dass ich danach sogar fast jährlich in der Klinik weilte. Nunmehr wurden auch schon Zimmertelefon und Farbfernseher Standard. Der gesamte Speisebereich wurde umgebaut und modernisiert, weil viele verschiedene Kostformen verabreicht wurden. Es fanden sogar zur kalten Jahreszeit kalt -warme Spezialitätenbufetts in der Eingangshalle statt und im Sommer, draußen auf der Terrasse Grillabende mit Wasser, O - Saft, alkoholfreiem Bier und Musikunterhaltung. Uns Patienten wurde und wird wirklich sehr viel zur Unterhaltung und zum Wohlbefinden geboten. Im Laufe der Jahre wurden durch hinzukommende Wicker Kliniken ebenfalls die diagnostischen Möglichkeiten derart großartig ausgebaut und erweitert, dass man nunmehr auch vom Stammhaus aus von den bestmöglichen Untersuchungsmethoden profitieren kann. Mein Gesundheitszustand hat sich mit den Jahren nunmehr auch leider weiterhin verschlechtert, man wird ja schließlich auch nicht jünger, mittlerweile gehe ich jahrestechnisch nun auch schon auf die 50 zu, aber trotzdem hadere ich nicht mit meinem Schicksal; denn es hätte noch schlimmer kommen können. Und wem habe ich es zu verdanken, dass es mir noch so relativ gut geht? Natürlich der Wicker Klinik, deren Ärzten, Arzthelferinnen und -helfern, den Therapeuten, einfach dem gesamten Personalstab, von denen auch schon einige ihr 25 - jähriges Dienstjubiläum gefeiert haben. Und auch viele Dauerpatienten die schon jahrelang kommen und wir uns dann immer gegenseitig freuen, dass man sich wieder sieht und im gleichen Haus zusammen ist. Fazit Mein 25- jähriger krankheitsbedingter Aufenthalt in der Wicker Klinik in Bad Wildungen hat mir persönlich den bestmöglichen Gesundheitszustand erhalten und meine Gesamtbehinderung erträglicher gemacht und dafür möchte ich mich auch im Namen von vielen Mitpatienten ganz herzlich beim gesamten Ärzte-, Pflege-, Therapie-, Verwaltungs-, Büro-, Küchen-, und Hauspersonal, einfach bei allen vielmals bedanken. Machen Sie im Sinne der Patienten weiter so. Danke. Noch ein Anliegen zum Thema Gesundheitsreform: Ich habe nicht hier gerufen, als der liebe Gott die Krankheiten verteilt hat. Also, liebe staatlichen Gesundheitsreformer: Kürzt uns unsere lebenserleichternden Reha- Maßnahmen nicht zu Tode !

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