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| Ganzheitliche Tinnitus-Behandlung in der Habichtswaldklinik Kassel Die Habichtswaldklinik befindet sich in Kassel Bad Wilhelmshöhe am größten Bergpark Europas, der mit seinen Wasserfällen Tinnitus-Betroffene zu Spaziergängen mit wohltuender Geräuschkulisse einlädt. Ferner können die Patienten die Kurhessentherme zur Entspannung und Erholung nutzen. Die Klinik schafft mit ihren gut ausgestatteten Räumlichkeiten und der besonderen, einladenden Atmosphäre ideale Voraussetzungen, die das Wohlfühlen, zur Ruhe kommen sowie wieder zu sich selbst finden erleichtern. In diese Atmosphäre eingebettet und der Psychosomatischen Abteilung zu geordnet wenden sich die Fachkräfte den CNG ist möglich. Der Tinnitus-Betroffenen, HNO-Arzt informiert Hörgeschädigten, un einfühlsam und verter Hyperakusis und ständlich über Tinni-Morbus-Meniere-Lei- tus, weitere Hörstödenden zu. Ziel der rungen und Tinnitus-Behandlung ist, mit Retrainingtherapie, die der Beeinträchtigung
vor Ort eingeleitet werbesser leben zu ler den kann. Regelmäßig nen, wieder mehr Le finden Vorträge und ofbensqualität und Le fene Tinnitus-Frage-bensfreude zu erlan- Tinnitus – Ausdrucksmalbild Ziel der Tinnitus-Re- stunden statt. gen. Neben der potentiellen Hörverbes-von Manuela Samotzki Therapieplan erstellt, der prozeßbegleitend reflektiert wird. Wesentliches Fundament ist die aktive Mitarbeit des Betroffenen. HNO-ärztliche Diagnostik und Therapie Zu Beginn der Behandlung wird die erforderliche neurootologische Diagnostik durchgeführt bzw. aktualisiert, was überwiegend im Haus stattfindet. Die gesamte Palette von Hörtestungen wie u. a. Innenohr-Haarzell-diagnostik (OAE), Hirnstammaudiometrie (BERA) und Vestibularisprüfung mit Video-CCG/ serung (Hörgeräte-, Rauschgeräteversorgung) heißt dies häufig auch, sich selbst achtsamer zu begegnen und besser auf sich zu hören. Im folgenden werden die 4 Behandlungssäulen der ganzheitlichen Tinni-tus-Behandlung in der
Habichtswaldklinik erläutert. In dem multiprofessionellen Team arbeiten HNO-Arzt, Allgemeinärztin, Psychotherapeutin, Kunsttherapeutin, Körpertherapeutin und Hörtrainerin eng zusammen. Das Team ist nicht nur unter einem Dach vereint tätig, sondern darüber hinausgehend in regelmäßigem Austausch miteinander vernetzt. Mit dem Patienten wird ein individueller trainingtherapie ist, das Gehör zunächst mit apparativer Unterstüzung eines Rauschgerätes vom Tinnitus abzulenken, um die natürliche Fähigkeit des Gehirns, störende und unbedeutende Geräusche wegzufiltern, wieder zu trainieren. Bei bestehenden Hörminderungen ist bei Tinnitus-Betroffenen eine möglichst frühzeitige Versorgung mit Hörhilfen unerläßlich. Die Erfahrung zeigt leider, dass dies bei vielen Patienten nicht der Fall ist. Die Zusammenarbeit mit Hörgeräteakustikern vor Ort gewährleistet, dass eine erforderliche und/oder probeweise apparative Versorgung zügig durchgeführt werden kann. Allgemeinmedizinische
Maßnahmen und Rehabilitation In der allgemein-medizinischen Untersuchung werden den Tinnitus mitauslösende und verstärkende somatische Störungen diagnostiziert. Häufig finden sich eine HWS-Beteiligung, Bluthochdruck sowie zahnmedizinische Faktoren. Ggf. wird eine fachärztliche Abklärung veranlasst. Bei der Gewichtung der unterschiedlichen Befunde kommt der Allgemeinärztin eine Schlüsselposition zu, die dem jeweiligen Patienten mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen die Krankheitszusammenhänge vermittelt. Zur Behandlung werden schulmedizinische Therapien sowie Naturheilverfahren eingesetzt, vor allem Akupunktur. Als Entspannungsverfahren werden Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Yoga und Taiji angeboten. Daneben erfolgen nach Indikation Krankengymnastik, Massagen und andere balneophysikalische Maßnahmen. Aktive Bewältigungstherapie Die empfundene Gesamtbelastung durch den Tinnitus wird mittels des Tinnitus-Fragebogens gemessen. Ein individuelles
Belastungsprofil wird zu Beginn, zum Abschluss und ca. 1 Jahr nach Abschluss der Behandlung erstellt. Es konnte eine signifikante Reduktion der Belastung festgestellt werden. Die meisten Patienten verlassen die Klinik mit einem deutlichen Gefühl der Entlastung. Ziel der aktiven Bewältigungstherapie ist, sich dem Tinnitus nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert zu fühlen, sondern geeignete Bewältigungsstrategien zu entwickeln und einzuüben. Der Tinnitus soll von belastenden Gedanken und beeinträchtigenden Gefühlen entkoppelt und zu einem bedeutungslosen Reiz werden, der im Rahmen eines Gewöhnungsprozesses überhört werden kann. Prozesse, die zur Aufrechterhaltung und Verstärkung der Ohrgeräusche führen, werden analysiert und konkrete Möglichkeiten der Verhaltens- und Einstellungsänderung werden erarbeitet. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist dabei der erste Schritt aus dem Teufelskreis der Isolation. Um diesen Prozess zu erleichtern, steht für Patienten mit
Hörminderung eine Höranlage mit Induktionsschleife zur Verfügung. Körpertherapie bietet die Möglichkeit, vom Ohrgeräusch zu defokussie ren und die Körperwahrnehmung zu verbessern. Die einseitige Konzentration auf den Kopf- und Nackenbereich hat zur Folge, dass viele vitale Impulse und Gefühle nicht beachtet werden und so keinen entlastenden Ausdruck finden. Durch verschiedene Übungen werden Blockierungen aufgespürt und die Energie wieder zum Fließen gebracht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit von Atemtherapie in Gruppen- und Einzelbehandlung. Der Prozess des wieder auf sich Hörens wird unterstützt durch die von Dr. med. M. F. Schmidt entwickelten Übungen, die in dem Buch von L.-M. Schäfer und Dr. med. M. F. Schmidt „Selbsthilfe bei Ohrgeräuschen“ nachgelesen werden können. Diese Übungen verknüpfen Entspannungsverfahren, Atemübungen und Hörerfahrungen zu einem ganzheitlichen Übungsansatz. Sie werden unter Anleitung ausgeführt und können gut im Alltag umgesetzt
werden. Psychosomatische Therapie Die psychosomatische Therapie basiert auf der biographischen Anamnese nach tiefenpsychologischen Gesichtspunkten, wobei die Auslösesituation für den Tinnitus unter Einbezug der lebensgeschichtlichen Zusammenhänge und möglicher kompensatorischer Verhaltensmuster analysiert wird. Ohrgeräusche treten oft 10. Ausgabe • Januar-Dezember 2004 www.wicker-magazin.de Das Behandlungsteam (v.l.n.r.): S. Lilienthal (Hno-Diagnostik), S. Panknin (Psychotherapeutin), B. Wagener-Szypura (Körperpsychotherapeutin), I. Schützenbach (Allgemeinärztin), E. Wiegel (Krankenschwester), U. Rumpf-Ewald (Kunsttherapeutin), S. Rüger (Hörtrainerin), R. Wagner (Psychotherapeut), L.-M. Schäfer (HNO-Arzt), A. Sachse (Oberärztin) |
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