Gesundheitstipp: Blähungen

Wicker-Magazin 11. Ausgabe 2005
Druckversion vom 27.10.2008
URL: http://www.wicker-magazin.de/11/Magazin/Gesundheitstipp_Blaehungen.html



Blähungen - Hilfe, ich bin ein Ballon

Blähungen
Blähungen
Ursachen und Symptome

Der Leidensdruck bei Blähungen ist so groß, dass oft ein echter Krankheitswert vorliegt. Bei Blähungen kommt es zu einer gesteigerten Gasbildung im Darm. Mitunter besteht ursächlich aber auch eine andere Grunderkrankung, z.B. eine Leberzirrhose mit Pfortaderhochdruck. Auch eine neurotische Störung, die mit einem vermehrten Luftschlucken (Aerophagie) einhergeht, kann zu Blähungen führen. Wird hingegen gar nicht mehr Gas als normal gebildet, dieses aber subjektiv verstärkt wahrgenommen, so liegt meist ein Reizdarmsyndrom vor.

Diagnostik

Wenn Sie wegen Blähungen zum Gastroenterologen gehen, so wird er meist eine Untersuchung des Stuhles auf verstecktes Blut sowie ggf. eine Magen- und/ oder eine Darmspiegelung veranlassen. Diese Untersuchungen sind bei Verdacht auf ein Magen- oder Darmgeschwür, auf Polypen, auf Krebs oder weitere organisch manifeste Erkrankungen durchaus angezeigt. Bei Blähungen helfen diese Maßnahmen in der Regel nicht weiter, da meist eine Störung der Funktion, nicht aber der Struktur vorliegt. Und so wird der von Blähungen Geplagte meist mit der Diagnose „Reizdarm“ entlassen. Sinnvolle Untersuchungen bei Blähungen sind

Bei entsprechendem Verdacht kommen ggf. noch weitere Verfahren in Frage wie etwa:

Therapie - Was hilft wirklich?

Geht aus der oben angeführten Diagnostik eine eindeutige Störung hervor, so folgt daraus die entsprechende therapeutische Konsequenz. Dies kann in der Meidung von milchzuckerhaltigen Lebensmitteln bei einer nachgewiesenen Milchzuckerunverträglichkeit bestehen. Oder aber es müssen zu jeder Mahlzeit Verdauungsenzyme zugeführt werden, wenn die Bauchspeicheldrüse diese nicht in ausreichendem Maße produziert. Störungen der Galle können meist sehr einfach mit einem Artischockenpräparat behandelt werden. Die folgenden Behandlungsvorschläge sind geeignet, wenn die subtile Stuhldiagnostik kein Ergebnis hervorbringt.

Ordnungstherapie

"Gut gekaut ist halb verdaut" Jeder Bissen sollte mindestens 15mal gut durchgekaut werden. Dazu sollte nichts oder nicht viel getrunken werden, um die Verdauungssäfte nicht unnötig zu verdünnen. Mahlzeiten und Stuhlgang sollten zu den gleichen Tageszeiten erfolgen. Beim Essen sollten Aufregungen außen vor bleiben. Konfliktbeladene Gespräche oder andere Ablenkungen wie Fernsehen gehören nicht zum Essen.

Blähungsfördernde Lebensmittel meiden

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen (auch Erdnüsse und Soja) führen bei fast allen Menschen zu mehr oder weniger starken Winden - der Empfindliche muss hier besonders vorsichtig sein. Genauso verhält es sich mit vielen Kohlsorten (z.B. Sauerkraut). Ballaststoffreiche Lebensmittel sollten nicht mit zuckerhaltiger Nahrung, auch nicht mit Obst oder Fruchtsäften, zusammen eingenommen werden. Auch stark kohlensäurehaltige Mineralwässer sollten gemieden werden.

Gegen Blähungen sind Kräuter gewachsen

Kümmel und Anis haben eine gute blähungstreibende Wikrung. Auch als Tee (1 TL zerstoßene Fenchel- oder Anissamen auf 1 Tasse) sind Heilpflanzen hilfreich. In der äußerlichen Anwendung hat sich 10%iges Kümmelöl bewährt, welches Sie in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn auf den Bauch auftragen können. Empfehlenswerte Fertigpräparate sind Carminativum-Hetterich Tropfen, Aspasmon N Tropfen oder Kneipp Flatuol Tabletten.

Wärme tut gut bei BlähungenWärme tut gut bei Blähungen

Gerade wenn die Blähungen mit krampfartigen Darmbewegungen einhergehen, wirken feuchtwarme Leibwickel, warme Sitzbäder oder die heiße Rolle hervorragend krampflösend. Bei der heißen Rolle werden fünf Handtücher nacheinander so eingerollt, dass ein Trichter entsteht. In diesen Trichter schütten Sie einen Liter heißes Wasser. Anschließend wird die Rolle langsam aufgerollt und jeweils mit der feucht - heißen Fläche die zu behandelnde Haut vorsichtig abgetupft. Achtung: Verbrühungsgefahr bei zu ungestümem Vorgehen oder bei Sensibilitätsstörungen der Haut!

Ayurveda: 5000 Jahre alte Heilerfahrung

Die Ayurvedamedizin sieht als Ursache von Blähungen oft eine Vata - Störung. Frieren Sie leicht? Haben Sie trockene Haut? Nehmen Sie eher ab als zu? Dann könnte eine Vata- Störung bei Ihnen vorliegen. Alle vata -ausgleichenden Maßnahmen sind dann hilfreich:

Homöopathie: Ähnliches heilt Ähnliches

Bei der Homöopathie muss das Arzneimittelbild sehr gut mit dem Symptomenbild übereinstimmen. Einige bewährte Mittel sind:

Nicht immer findet man bei Blähungen eindeutige und wegweisende Begleitsymptome, die sicher auf ein bestimmtes Einzelmittel hinweisen. Dann kommen auch Kombinationsmittel in Frage, die bewährte Einzelmittel in einer synergistischen Mischung enthalten. Ein zuverlässiges Mittel ist Nux -vomica-Homaccord, welches Nux vomica, Bryonia, Lycopodium und Colocynthis jeweils in verschiedenen Potenzstufen enthält. Liegen auch Sodbrennen oder eine Magenschleimhautentzündung vor, so kommen auch Gastricumeel Tabl. in Frage. Führen die Blähungen zu krampfartigen Bauchbeschwerden, sind Spascupreel Tabl. oder Zäpfchen hilfreich.

Viel Erfolg bei der Behandlung!

Link: www.habichtswaldklinik.de

 


Nach oben

 


© 2004- Wicker-Gruppe · Impressum