Wicker-Magazin 11. Ausgabe 2005
Druckversion vom 27.10.2008
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Seit Gründung 1972 hat sich eine psychosomatische Tradition in der neurologischen Rehabilitation der Klinik entwickelt. Voraussetzung dafür war schon damals, dass Ärzte in neurologischer oder psychiatrischer Ausbildung hier in ihrer Arbeit psychosomatisch gedacht und gehandelt haben. Die in der Hardtwaldklinik I und II verankerte psychotherapeutische Ausbildung mit tiefenpsychologischer und methodenintegrierter Orientierung bot und bietet dafür den motivierenden Hintergrund. Mit zunehmendem Verständnis für Psychosomatik bei niedergelassenen Ärzten, Kostenträgern und Betroffenen wuchs der Bedarf an Psychotherapie in der neurologischen Rehabilitation. Zugleich wurde die Notwendigkeit der Verdichtung und Intensivierung der psychotherapeutischen Arbeit auf einer Station erkennbar. Daraus erwuchs 1986 die Konzeptualisierung der neurologischpsychosomatischen Station. Den Anfang gestalteten 4 Assistenzärzte, 1 Psychologe und 1 Musiktherapeut im Team mit einem veränderungsoffenen, schon eingespielten Pflegeteam. Im Laufe der Entwicklung und personellen Veränderungen wurden Tanztherapie und Motologie Bestandteil des integrierten Angebotes. Schließlich konnten wir tiefenpsychologisch fundierte Musiktherapie und integrative Bewegungstherapie langfristig in Konzept und Team etablieren. Aufgrund der sich wandelnden Anforderungen der ärztlich - neurologischen Versorgung, des erhöhten Verwaltungs- und Organisationsbedarfs und der verschärften neurologischen Ausbildungsanforderungen musste die Arbeit aufgeteilt werden zwischen jetzt 3 Assistenzärzten mit neurologisch betonten Aufgaben und 2 Psychologen sowie 2 nonverbal orientierten Psychotherapeuten. Den Ärzten ging der integrierte Ansatz körpermedizinischer wie gleichzeitig psychotherapeutischer Versorgung der Patienten verloren, ihnen blieb und bleibt die enge psychosomatische Begleitung der Patienten in der Psychotherapie und die Organisation und Steuerung des Netzwerkes der Therapieprozesse. Für weitergehende eigene ärztliche Psychotherapie blieb keine Zeit mehr, auch bestand dafür mit steigendem Anspruch zu wenig Kontinuität in der Dauer der Mitarbeit. Die Teamentwicklung war natürlich nicht frei von Krisen, ob individuell, interpersonell oder konzeptbezogen. Die Rivalitäten zwischen Methoden, Fachgruppen sowie Personen mussten ausgetragen, geklärt und bewältigt werden. Der integrative Gedanke konnte nur langfristig zur vertrauten Selbstverständlichkeit werden. Wichtig war in dieser Entwicklung die Intensivierung der Supervision mit getrennter Fall- und Teamsupervision sowie auch die Balintgruppe des Pflegepersonals. In zunehmendem Umfang wurden verhaltensmedizinische Bausteine ins Therapieprogramm integriert. Kontinuität wie Fortentwicklung von Konzept und Methodik waren nur auf der Grundlage der personellen Kontinuität zumindest im psychologischen, pflegerischen und oberärztlichen Rahmen möglich. Die Unterstützung durch alle anderen Therapieabteilungen und Stationen wie auch durch die Klinikleitung und der Geschäftsleitung im Büro Wicker soll nicht unerwähnt bleiben. Trotz erheblicher Einschränkungen des Zeitrahmens und auch der finanziellen Ausstattung durch den Kostenträger, war und ist eine angemessene, sinnvolle und förderliche Arbeit mit unseren Patienten möglich geblieben. Hinsichtlich genauer konzeptueller Vorstellungen und Umsetzungen können wir auf die schriftliche Darstellung unseres Konzeptes im Internet verweisen. Außerdem sind wir immer offen für Interesse an unserer Arbeit, für Kontakte und Austausch.
Link: www.hardtwaldklinik1.de