Wicker-Magazin 11. Ausgabe 2005
Druckversion vom 27.10.2008
URL: http://www.wicker-magazin.de/11/Magazin/Hardtwaldklinik_I/Neurophysiologische_Ambulanz.html

Im Rahmen der seit Jahrzehnten bestehenden Ermächtigungsambulanz des Klinikleiters für gesetzliche Krankenversicherte wurde zum 01.01.04 Herrn Dr. Christoph Berwanger die Leitung der Neurophysiologischen Ambulanz als Nachfolger von Herrn Dr. Christian Lidgett übertragen. Ihre Aufgabe ist es, neurophysiologische Untersuchungsmethoden wie Elektroneurographie, Elektromyographie, Evozierte Potentiale und Transkranielle Magnetstimulation im Auftrag der Neurologischen Ambulanz von Herrn Prof. Dr. F. L. Welter durchzuführen. Bei gezielten neurophysiologischen Fragestellungen kann die Ambulanz auch direkt auf Überweisung niedergelassener Kollegen oder umliegender Kliniken tätig werden. Die Neurophysiologische Ambulanz arbeitet eng mit der entsprechenden Abteilung des Neurologischen Zentrums zusammen. Die entsprechenden Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (Deutsche EEG - Gesellschaft) liegen vor. Die Ambulanz ist auch in die Weiterbildung der Assistenzärzte in den entsprechenden diagnostischen Methoden eingebunden.
Anmeldungen zu neurophysiologischen Untersuchungen nimmt Frau Heike Wollgarten (Telefon 0 56 26 / 8 78 51) entgegen.

Die Häufigkeit chronischer Schmerzen hat sowohl in der Gesamtbevölkerung als auch in der neurologischen Rehabilitation in den letzten Jahren stetig zugenommen. Dies beweisen repräsentative Umfragen wie der Bundesgesundheitssurvey. Die Hardtwaldklinik I hat in den letzten Jahren durch neue Therapiekonzepte die Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen verbessert. In unserer Klinik werden ganz überwiegend Patienten mit Schmerzsyndromen behandelt, die dem neurologischen Fachgebiet zuzuordnen sind. In erster Linie sind hier Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne, Spannungskopfschmerzen, cervikogene oder trigemino-autonome Kopfschmerzformen wie der Cluster- Kopfschmerz zu nennen. Darüber hinaus behandeln wir chronische Schmerzen des Bewegungsapparates wie Postnukleotomiesyndrome und umfassendere Schmerzbilder wie z. B. die Fibromyalgie, wo Berührungsflächen zu anderen medizinischen Gebieten wie Orthopädie, Rheumatologie und Psychosomatik bestehen. Die Station 4 „Otfrid Foerster“ unter der Leitung von Herrn Oberarzt Dr. Berwanger beschäftigt sich im Schwerpunkt mit stationärer neurologischer Schmerztherapie. Hier werden insbesondere in fruchtbarer Zusammenarbeit mit der Abteilung Psychologie in der Neurologie (Herr Dipl.-Psychologe Henning) psychosomatische Therapiekonzepte entwickelt, die sich durch eine enge Verzahnung von neurologischer Organmedizin und psychotherapeutisch motivierter Verhaltensänderung auszeichnen. Ansprechpartner sind hier im wesentlichen die Rentenversicherungsträger, die der Klinik chronisch schmerzkranke Patienten auch unter komplexen sozialmedizinischen Fragestellungen zuweisen. Arbeitsschwerpunkt der Station sind neben neurologisch - medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung reflextherapeutische Verfahren wie TENS, Neuraltherapie, Manuelle Medizin und Akupunktur. Sind im Einzelfall minimal-invasive Therapien erforderlich, arbeitet die Station eng mit der Neurochirurgie in der Werner-Wicker- Klinik Reinhardshausen (Chefarzt Dr. F. Maier), sowie dem Radiologischen Institut an der Hardtwaldklinik I Bad Zwesten (Dr.Mariß,Dr.Aref) zusammen. Darüber hinaus wird im Rahmen der Neurologischen Ambulanz von Herrn Prof. Dr. Welter eine montägliche Schmerzsprechstunde angeboten, in der hausärztlich, fachorthopädisch und fachneurologisch ambulant behandelte Patienten zu einer zusätzlichen diagnostischen und therapeutischen Stellungnahme vorgestellt werden können. Ein Höhepunkt der Fortbildungen des Neurologischen Zentrums ist der jährlich stattfindende Zwestener Schmerznachmittag, der sowohl mit auswärtigen, aber auch eigenen Referenten jeweils andere Aspekte moderner Schmerztherapie beleuchtet. Eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit besteht mit dem Institut für Medizinischen Psychologie der Universität Marburg.
Link: www.hardtwaldklinik1.de