Wicker-Magazin 11. Ausgabe 2005
Druckversion vom 27.10.2008
URL: http://www.wicker-magazin.de/11/Magazin/Nationalpark_Kellerwald_-_Edersee.html

Der 15. deutsche Nationalpark mitten im grünen Herzen
Deutschlands ist rund 5700 Hektar groß . Kaum eine halbe Stunde Fahrt
südwestlich der Stadt Kassel, südlich angrenzend an den Edersee. Wie ein großes
Dreieck sieht das Gebiet auf der Landkarte aus. Von Ost nach West sind es 14
Kilometer Luftlinie, die es in sich haben. Mehr als 50 Berge zeigen den
Charakter des Nationalparkes, bedeckt mit einem „Buchenmeer“. Zwischen 200 m bis
626 m ü. NN. liegt das Gelände und damit genau in der Höhenlage, in der das
Wandern aus medizinischer Sicht am bekömmlichsten ist. Straßen, Siedlungen oder
Eisenbahnlinien wird man hier vergebens suchen, dafür neben ausgedehnten
Buchenwäldern Wiesentäler, Stein- und Felsenmeere, Bachtäler mit ausgezeichneter
Wasserqualität, flachgründige Bergkuppen mit Bäumen wie „Bonsai“ und nicht zu
vergessen die Ausblicke über die „rolling hills“. Faszinierend auch das
Arteninventar jahrzehntelanger Naturschutz- und Forstgeschichte, die dieses
Fleckchen Erde nur mäßig geprägt haben. Alle Schalenwildarten von Rot- über Dam-
und Rehwild bis zum Muffelwild, einer Wildschafart und den Wildschweinen leben
hier und vom Zwerg- über Grau- zum Trauerfliegenschnäpper, vom Schwarzstorch
über Sperlings- Rauhfuß- und Waldkauz, vom Klein- über Mittel-, Bunt- Grün-
Grau- bis zum Schwarzspecht sind alle hessischen Arten hier vertreten. Auch 13
Fledermausarten fühlen sich in den Felsrippen und -spalten heimisch.
... und diese Aufstellung wird
unvollständig bleiben, weil so manche Art erst noch entdeckt wird. Für das Auge
bietet sich eine „Wucht aus Wald und Wasser“, die an die Fjorde Nordeuropas
erinnern, nähert man sich dem Nationalpark vom Wasser des Edersees her.
Andererseits führen die Rad- und Wanderwege nach anfänglichem Aufstieg auf den
Höhenrücken über viele Kilometer zu herrlichen Ausblicken über das Land der
urigen Buchen. Buchen von solchem Alter in solcher Menge findet man in
Deutschland nur hier. Über 40% der Buchen sind über 140 Jahre alt. Das sieht man
manchem Baumveteran an einem steilen Hang oder auf einer Höhe nicht an, weil ihn
die karge Erde nur mühsam ernährt, anders wo scheinen die Buchen wie Säulen im
Himmel zu verschwinden und der Name „Buchenhallen“ leuchtet hier ein. Für den
Kurzbesuch lohnt sich die Fahrt mit der Standseilbahn hinauf auf den Peterskopf,
dort hat man einen weiten Blick ins Land und über den Nationalpark Kellerwald
-Edenssee. Eine Runde um das Hochspeicherbecken und der Weg zurück nach Edertal
- Hemfurth geben einen ersten Einblick. Ein Besuch des Tannendriesches mit dem
Kohlenmeiler und des „Sauermilchplatzes“ führt einmal quer von Süden nach Norden
an einer schmalen Stelle und endet in Bringhausen. Der Weg über die Ruine
Quernstkirche über die Bathildishütte nach Bringhausen ist was für geübte
Wanderer. Das sind drei Beispiele für zig Kilometer einsamen Weg, für das
Eintauchen ins Buchenmeer und das baumeln lassen der Seele. Für schlechtes
Wetter stehen Informationshäuser zur Verfügung: „Fagutop“ und „Kellerwald -Uhr“
bieten rund um das Thema Buchenwald Informationen durch Spiel und Spaß. Das
Fagutop liegt am Eingang des Wildparks, nur ein paar Minuten von der Sperrmauer
entfernt und die Kellerwald -Uhr im Ferienhausgebiet von Frankenau.
Nationalparkamt Kellerwald - Edersee
Ratzeburg 1
34549
Edertal
Tel: 05623 / 933417 · Fax: 933427
FAEdertal@forst.hessen.de
Link:
www.buchenmeer.de
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