Blähungen
Ursachen und Symptome
Der Leidensdruck bei Blähungen ist so groß, dass oft ein echter
Krankheitswert vorliegt. Bei Blähungen kommt es zu einer gesteigerten Gasbildung
im Darm. Mitunter besteht ursächlich aber auch eine andere Grunderkrankung, z.B.
eine Leberzirrhose mit Pfortaderhochdruck. Auch eine neurotische Störung, die
mit einem vermehrten Luftschlucken (Aerophagie) einhergeht, kann zu Blähungen
führen. Wird hingegen gar nicht mehr Gas als normal gebildet, dieses aber
subjektiv verstärkt wahrgenommen, so liegt meist ein Reizdarmsyndrom vor.
Diagnostik
Wenn Sie wegen Blähungen zum Gastroenterologen gehen, so wird
er meist eine Untersuchung des Stuhles auf verstecktes Blut sowie ggf. eine
Magen- und/ oder eine Darmspiegelung veranlassen. Diese Untersuchungen sind bei
Verdacht auf ein Magen- oder Darmgeschwür, auf Polypen, auf Krebs oder weitere
organisch manifeste Erkrankungen durchaus angezeigt. Bei Blähungen helfen diese
Maßnahmen in der Regel nicht weiter, da meist eine Störung der Funktion, nicht
aber der Struktur vorliegt. Und so wird der von Blähungen Geplagte meist mit der
Diagnose „Reizdarm“ entlassen. Sinnvolle Untersuchungen bei Blähungen sind
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Darmflora und Pilznachweis
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Ausnutzung (werden Fette, Stärke aufgenommen?)
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Pankreas - Elastase (Bauchspeicheldrüsenschwäche?)
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PMN-Elastase (Entzündungsmarker)
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a1- Antitrypnsin (Allergiemarker)
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Gallensäuren (Gallensäurenverlustsyndrom?)
Bei entsprechendem Verdacht kommen ggf. noch weitere Verfahren in
Frage wie etwa:
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Gluten- /Gliadin - Antikörper
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Atemtest auf Milchzuckerunverträglichkeit
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Atemtest auf Fruchtzuckerunverträglichkeit
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Allergieteste
- Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite
Link: www.reiz-darm-syndrom.de/blaehungen-diagnostik
Therapie - Was hilft wirklich?
Geht aus der oben angeführten Diagnostik eine eindeutige
Störung hervor, so folgt daraus die entsprechende therapeutische Konsequenz.
Dies kann in der Meidung von milchzuckerhaltigen Lebensmitteln bei einer
nachgewiesenen Milchzuckerunverträglichkeit bestehen. Oder aber es müssen zu
jeder Mahlzeit Verdauungsenzyme zugeführt werden, wenn die Bauchspeicheldrüse
diese nicht in ausreichendem Maße produziert. Störungen der Galle können meist
sehr einfach mit einem Artischockenpräparat behandelt werden. Die folgenden
Behandlungsvorschläge sind geeignet, wenn die subtile Stuhldiagnostik kein
Ergebnis hervorbringt.
Ordnungstherapie
"Gut gekaut ist halb verdaut" Jeder Bissen sollte mindestens
15mal gut durchgekaut werden. Dazu sollte nichts oder nicht viel getrunken
werden, um die Verdauungssäfte nicht unnötig zu verdünnen. Mahlzeiten und
Stuhlgang sollten zu den gleichen Tageszeiten erfolgen. Beim Essen sollten
Aufregungen außen vor bleiben. Konfliktbeladene Gespräche oder andere
Ablenkungen wie Fernsehen gehören nicht zum Essen.
Blähungsfördernde Lebensmittel meiden
Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen (auch Erdnüsse und
Soja) führen bei fast allen Menschen zu mehr oder weniger starken Winden - der
Empfindliche muss hier besonders vorsichtig sein. Genauso verhält es sich mit
vielen Kohlsorten (z.B. Sauerkraut). Ballaststoffreiche Lebensmittel sollten
nicht mit zuckerhaltiger Nahrung, auch nicht mit Obst oder Fruchtsäften,
zusammen eingenommen werden. Auch stark kohlensäurehaltige Mineralwässer sollten
gemieden werden.
Gegen Blähungen sind Kräuter gewachsen
Kümmel und Anis haben eine gute blähungstreibende Wikrung. Auch
als Tee (1 TL zerstoßene Fenchel- oder Anissamen auf 1 Tasse) sind Heilpflanzen
hilfreich. In der äußerlichen Anwendung hat sich 10%iges Kümmelöl bewährt,
welches Sie in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn auf den Bauch auftragen
können. Empfehlenswerte Fertigpräparate sind Carminativum-Hetterich Tropfen,
Aspasmon N Tropfen oder Kneipp Flatuol Tabletten.
Wärme tut gut bei Blähungen
Gerade wenn die Blähungen mit krampfartigen Darmbewegungen
einhergehen, wirken feuchtwarme Leibwickel, warme Sitzbäder oder die heiße Rolle
hervorragend krampflösend. Bei der heißen Rolle werden fünf Handtücher
nacheinander so eingerollt, dass ein Trichter entsteht. In diesen Trichter
schütten Sie einen Liter heißes Wasser. Anschließend wird die Rolle langsam
aufgerollt und jeweils mit der feucht - heißen Fläche die zu behandelnde Haut
vorsichtig abgetupft. Achtung: Verbrühungsgefahr bei zu ungestümem Vorgehen oder
bei Sensibilitätsstörungen der Haut!
Ayurveda: 5000 Jahre alte Heilerfahrung
Die Ayurvedamedizin sieht als Ursache von Blähungen oft eine Vata
- Störung. Frieren Sie leicht? Haben Sie trockene Haut? Nehmen Sie eher ab als
zu? Dann könnte eine Vata- Störung bei Ihnen vorliegen. Alle vata
-ausgleichenden Maßnahmen sind dann hilfreich:
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Regelmäßiger Tagesrhythmus: Aufstehen, Zubettgehen, Mahlzeiten,
sportliche Aktivitäten sollten hier zu den gleichen Zeiten stattfinden. Jede
Unruhe, jede Störung der normalen Abläufe bringen den Rhythmus durcheinander,
stören das Vata und können so indirekt Blähungen verstärken.
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Viel Fett und Öl, wenn es gut vertragen wird, in den Speisen.
Aber auch äußerliche, morgendliche Einreibungen mit warmem Öl (am besten
Sesamöl) und anschließendes Warmduschen wirken regulierend.
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Wichtig: Wenn Sie eine Vata -Erhöhung haben, dann sollten Sie
Rohkost weitgehend meiden. Dünsten Sie das Gemüse oder braten Sie es kurz im
Wok an, dann hat es noch den "Biss", auch noch fast alle Nährstoffe - aber Sie
werden es viel besser vertragen.
Homöopathie: Ähnliches heilt Ähnliches
Bei der Homöopathie muss das Arzneimittelbild sehr gut mit dem
Symptomenbild übereinstimmen. Einige bewährte Mittel sind:
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Carbo vegetabilis D4 oder D6, 3x tägl. 1 Tabl. oder 5 Tr.:
Blähungen mit Bauchschmerzen, Beschwerden durch Milch oder fette Speisen
verstärkt. Aufstoßen oder Abgang von Winden bessert. Verlangen nach frischer
Luft trotz Frieren, großes Schwächegefühl
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Lycopodium D4 oder D6, 3x tägl. 1 Tabl. oder 5 Tr.: Leib oft
stark aufgetrieben, enge Kleidung wird kaum ertragen. Aufstoßen oder
Blähungsabgang bessern nur vorübergehend, starke Berührungsempfindlichkeit.
Zusammenkrümmen bessert. Verstärkung der Beschwerden zwischen 16 und 20 Uhr.
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Sulfur D6 3x tägl., D12, 1x tgl. 1Tabl. oder 5 Tr.: Blähungen
mit schneidenden Bauchschmerzen und reichlicher Blähungsabgang mit dem Geruch
nach faulen Eiern. Vormittags flau im Magen. Nachts Beschwerden oft verstärkt,
besonders die Bettwärme wird nicht gut vertragen. Sulfurpatienten müssen
häufig die Füße aus dem Bett strecken.
Nicht immer findet man bei Blähungen eindeutige und wegweisende
Begleitsymptome, die sicher auf ein bestimmtes Einzelmittel hinweisen. Dann
kommen auch Kombinationsmittel in Frage, die bewährte Einzelmittel in einer
synergistischen Mischung enthalten. Ein zuverlässiges Mittel ist Nux
-vomica-Homaccord, welches Nux vomica, Bryonia, Lycopodium und Colocynthis
jeweils in verschiedenen Potenzstufen enthält. Liegen auch Sodbrennen oder eine
Magenschleimhautentzündung vor, so kommen auch Gastricumeel Tabl. in Frage.
Führen die Blähungen zu krampfartigen Bauchbeschwerden, sind Spascupreel Tabl.
oder Zäpfchen hilfreich.
Viel Erfolg bei der Behandlung!
Link: www.habichtswaldklinik.de
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