Das Team der Station
Seit Gründung 1972 hat sich eine psychosomatische Tradition in
der neurologischen Rehabilitation der Klinik entwickelt. Voraussetzung dafür war
schon damals, dass Ärzte in neurologischer oder psychiatrischer Ausbildung hier
in ihrer Arbeit psychosomatisch gedacht und gehandelt haben. Die in der
Hardtwaldklinik I und II verankerte psychotherapeutische Ausbildung mit
tiefenpsychologischer und methodenintegrierter Orientierung bot und bietet dafür
den motivierenden Hintergrund. Mit zunehmendem Verständnis für Psychosomatik bei
niedergelassenen Ärzten, Kostenträgern und Betroffenen wuchs der Bedarf an
Psychotherapie in der neurologischen Rehabilitation. Zugleich wurde die
Notwendigkeit der Verdichtung und Intensivierung der psychotherapeutischen
Arbeit auf einer Station erkennbar. Daraus erwuchs 1986 die Konzeptualisierung
der neurologischpsychosomatischen Station. Den Anfang gestalteten 4
Assistenzärzte, 1 Psychologe und 1 Musiktherapeut im Team mit einem
veränderungsoffenen, schon eingespielten Pflegeteam. Im Laufe der Entwicklung
und personellen Veränderungen wurden Tanztherapie und Motologie Bestandteil des
integrierten Angebotes. Schließlich konnten wir tiefenpsychologisch fundierte
Musiktherapie und integrative Bewegungstherapie langfristig in Konzept und Team
etablieren. Aufgrund der sich wandelnden Anforderungen der ärztlich -
neurologischen Versorgung, des erhöhten Verwaltungs- und Organisationsbedarfs
und der verschärften neurologischen Ausbildungsanforderungen musste die Arbeit
aufgeteilt werden zwischen jetzt 3 Assistenzärzten mit neurologisch betonten
Aufgaben und 2 Psychologen sowie 2 nonverbal orientierten Psychotherapeuten. Den
Ärzten ging der integrierte Ansatz körpermedizinischer wie gleichzeitig
psychotherapeutischer Versorgung der Patienten verloren, ihnen blieb und bleibt
die enge psychosomatische Begleitung der Patienten in der Psychotherapie und die
Organisation und Steuerung des Netzwerkes der Therapieprozesse. Für
weitergehende eigene ärztliche Psychotherapie blieb keine Zeit mehr, auch
bestand dafür mit steigendem Anspruch zu wenig Kontinuität in der Dauer der
Mitarbeit. Die Teamentwicklung war natürlich nicht frei von Krisen, ob
individuell, interpersonell oder konzeptbezogen. Die Rivalitäten zwischen
Methoden, Fachgruppen sowie Personen mussten ausgetragen, geklärt und bewältigt
werden. Der integrative Gedanke konnte nur langfristig zur vertrauten
Selbstverständlichkeit werden. Wichtig war in dieser Entwicklung die
Intensivierung der Supervision mit getrennter Fall- und Teamsupervision sowie
auch die Balintgruppe des Pflegepersonals. In zunehmendem Umfang wurden
verhaltensmedizinische Bausteine ins Therapieprogramm integriert. Kontinuität
wie Fortentwicklung von Konzept und Methodik waren nur auf der Grundlage der
personellen Kontinuität zumindest im psychologischen, pflegerischen und
oberärztlichen Rahmen möglich. Die Unterstützung durch alle anderen
Therapieabteilungen und Stationen wie auch durch die Klinikleitung und der
Geschäftsleitung im Büro Wicker soll nicht unerwähnt bleiben. Trotz erheblicher
Einschränkungen des Zeitrahmens und auch der finanziellen Ausstattung durch den
Kostenträger, war und ist eine angemessene, sinnvolle und förderliche Arbeit mit
unseren Patienten möglich geblieben. Hinsichtlich genauer konzeptueller
Vorstellungen und Umsetzungen können wir auf die schriftliche Darstellung
unseres Konzeptes im Internet verweisen. Außerdem sind wir immer offen für
Interesse an unserer Arbeit, für Kontakte und Austausch.
Link: www.hardtwaldklinik1.de
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