Bewegungstherapie
Therapieschwerpunkte
Die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie verfügt über ein
breites und differenziertes Indikationsspektrum. Unter psychotherapeutischen
Gesichtspunkten wurden zugleich vier Behandlungsschwerpunkte gebildet, die nach
strukturellen Merkmalen der Patienten und ihrer Erkrankungen entwickelt wurden.
Es handelt sich dabei um Therapiegruppen bzw. -programme für Patientinnen und
Patienten mit 1. Psychischen Störungen, 2. Neurotischen und psychosomatischen
Störungen, 3. Borderline- und anderen schweren Persönlichkeitsstörungen sowie 4.
Posttraumatischen Belastungsstörungen. Für diese Patientengruppen werden
stationäre Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt.
Therapiekonzept
Grundlage der Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz, in dem
der Mensch gemäß dem biopsychosozialen Krankheitsmodell in seiner leiblich-
seelisch-geistigen Einheit und im Rahmen seiner sozialen Bezüge und mit seinen
religiösen bzw. weltanschaulichen Überzeugungen und Bedürfnissen gesehen wird.
Das psychotherapeutische Vorgehen im engeren Sinne ist an tiefenpsychologischen
Erkenntnissen, an der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie, Krankheits-
und Persönlichkeitslehre und vor allem an modernen psychoanalytischen
Vorstellungen orientiert, die auf dem Konzept der Entwicklungsförderung des
Selbst basieren.
In diesem Rahmenkonzept sind außerdem Verfahren der kognitiven
Verhaltenstherapie, der Traumatherapie sowie der humanistischen Psychologie,
z.B. Elemente der Gestalttherapie und des Psychodramas, integriert. Die
Psychotherapie des einzelnen Patienten ist in Form des Zusammenwirkens von
Einzeltherapie, Gruppenpsychotherapie, Kreativtherapie, Ergotherapie und
Milieutherapie zu verstehen. Der jeweilige Bezugspsychotherapeut ist dabei die
zentrale Beziehungsperson des Patienten, die mit ihm die Rehabilitations bzw.
Behandlungsziele und die entsprechenden Pläne erarbeitet, deren Realisierung
koordiniert sowie die Einzel- und Gruppenpsychotherapie durchführt. Zu jeder
Therapiegruppe gehören idealer weise als Co-Therapeuten noch ein
Kreativtherapeut und eine Bezugsschwester, die außerdem als wichtiger
Ansprechpartner im Stationsalltag fungiert und darüber hinaus zeitweise sozio-
und milieutherapeutische Aktivitäten leitet.
Bei der Psychotherapie psychotischer Patienten steht die
strukturbildende, ich- stärkende und selbstwertstabilisierende Vorgehensweise,
bei neurotischen Patienten vorwiegend die konfliktzentriert- aufdeckende, d.h.
konfrontierende, klärende und deutende Vorgehensweise im Vordergrund. Für die
Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen und zum Teil auch für
posttraumatische Belastungsstörungen hat es sich bewährt, ein Spezialprogramm in
geschlossen geführten Langzeitgruppen über die Dauer von vier Monaten
anzubieten. Diese Patienten haben zumeist eine jahrelange Therapie-Odyssee
hinter sich, die sie natürlich aufgrund zahlloser kürzerer Klinikaufenthalte und
immer wieder wechselnder therapeutischer Bezugspersonen als eine sich ständig
wiederholende traumatische Erfahrung schildern. Diese Aussage der Patienten wird
verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass eine wesentliche
Entstehungsursache für diese Störungen in der frühkindlichen Entwicklungsphase
liegt, in des es -vereinfacht ausgedrückt- um die psychische Verarbeitung von
Trennung und Wiederannährung als spätere Voraussetzung für emotionale Fähigkeit
zur Beziehungskonstanz geht. Deshalb muss die Problematik sowohl bei der Planung
des Therapie-Settings als auch bei der Formulierung des Therapiefokus
berücksichtigt werden.
Darüber hinaus sind in der Praxis Elemente von
kreativtherapeutischer, körperorientierter, spielerischer und trainierender
Arbeit von großer Bedeutung. Diese Maßnahmen sind in die Behandlung integriert
und nehmen ebenfalls einen großen Raum ein gemäß der Zielvorstellung, den
Patienten auf verschiedenen Erlebens- und Wahrnehmungsebenen einen therapeutisch
geführten Klärungs- und Verarbeitungsprozess in Gang zu setzen.
Neues Therapieangebot
Ergänzend zu den bereits bewährten Therapiemaßnahmen der
Abteilung wird neuerdings zusätzlich Lichttherapie, z.T. in Kombination mit
meditativer Musik, in der stationären Behandlung schwerer, zumeist saisonaler
Depressionen durchgeführt.
Link: www.hardtwaldklinik1.de
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