Beatmung und Pflege im Betreuungszentrum Waldeck
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von Constanza Walendi Fortlaufende Verbesserung des
Rettungswesens und der Intensivmedizin lassen stetig die Zahl von Menschen
wachsen, die auch schwere Schäden des zentralen Nervensystems inklusive
sonstiger neurologischer Erkrankungen überstehen. Neben Menschen mit
Folgezuständen nach Hirngefäßerkrankungen (Hirninfarkt, Hirnblutung) gibt es in
zunehmender Zahl Patienten, die infolge von Schädel-Hirn-Traumata,
Rückenmarksverletzungen, hypoxischer Hirnschädigung, entzündlichen Erkrankungen
des ZNS und Hirntumoren dauerbeatmungspflichtig bleiben und zumeist langwieriger
stationärer Rehabilitation und späterer Anschlußversorgung mit Dauerbeatmung
bedürfen.
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Einschränkung der Selbständigkeit
Trotz erfolgreicher rehabilitativer Bemühungen kann bei diesen Menschen
häufig nicht die berufliche und soziale Reintegration erreicht werden.
Maßgeblich dafür sind mitunter ausgeprägte Einbußen der geistigen
Leistungsfähigkeit (kognitive Störungen) und auch Störungen im Bereich des
Sozialverhaltens. Diese Menschen sind zum Teil desorientiert, leiden an sehr
unterschiedlichen kognitiven und/oder emotional-affektiven Störungen, die sich
auch erheblich auf das Verhalten und ihre Fähigkeiten zu eigenständiger
Lebensführung auswirken. Ein nicht geringer Teil von ihnen hat nur begrenzte
oder keine Einsicht in die eigenen Defizite und kann deshalb Einschränkungen für
die künftige Lebensführung nicht oder noch nicht einsehen. Hinzu kommt, dass
diese Menschen oft an einer maximalen Einschränkung der Motorik leiden, die eine
Selbstversorgung unmöglich macht. Ferner besteht eine Überwachungsnotwendigkeit,
welche im häuslichen Umfeld nur schwer zu realisieren ist. Zudem besteht meist
ein sehr hoher Pflegeaufwand an spezieller Behandlungspflege, der die
Notwendigkeit der Pflegeübernahme durch speziell geschulte Pflegefachkräfte
erfordert.
Pflegebedürftige teilweise fehlplaziert in Krankenhäusern
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass vermehrt
Beatmungspflichtige, die langzeitpflegebedürftig sind, mangels adäquater
vollstationärer Pflegeeinrichtungen teilweise über Jahre in Krankenhäusern
fehlplaziert sind. Die Fehlbelegung belastet nicht nur das
Krankenversicherungssystem stark, sondern weist auch darauf hin, dass
Krankenhäuser im Sinne einer Lebensnormalität (Autonomie, Integration,
Selbstbestimmung, Normalität) kein Lebensort für langzeitpflegebedürftige
Menschen sind. Die Pflege und Betreuung von beatmungspflichtigen Menschen
erfordert Intensität und Kontinuität. Grundlage des ganzheitlich orientierten
Behandlungskonzeptes ist die in interdisziplinärer Kooperation durchgeführte
ganzheitlich aktivierende und individuell an den Bewohner angepasste Pflege
(d.h. Unterstützung und Förderung der Bewegungsabläufe, der Mobilität sowie
Selbstaktivierung, Unterstützung u. Förderung bei Aufnahme basaler, taktiler,
visueller und auditiver Reize sowie Riechen und Schmecken). Konkret sind das
Maßnahmen auf der Basis des Bobath- und Affolter-Konzeptes. Als weitere
Förderkonzepte können basale Stimulation und fazioorale Therapie zum Einsatz
kommen. Soweit wie möglich (im Hinblick auf die Respiratorpflicht) sollen die
Bewohner ihre Freizeit selbständig gestalten. Häufig kommt es jedoch zu einem
massiven Interessenverlust und einer deutlichen Antriebsminderung. In unserem
Haus sollen die Betroffenen durch Anleitung der Pflegenden und einer festen
Tagesstruktur zu einer eigenständigen Tagesgestaltung geführt werden. Das
Angebot soll einfache Beschäftigungsmaßnahmen, Information zu tagespolitischen
Ereignissen und auch die Förderung kreativer Fähigkeiten enthalten. Zielsetzung
ist, durch therapeutische und pflegerische Maßnahmen die größtmögliche
Selbständigkeit im Alltag zu erreichen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten bei
Abhängigkeit vom Respirator. Wir machen es uns zur Aufgabe, den beatmungsund
pflegebedürftigen Menschen, dessen häusliche Pflege nicht möglich oder gesichert
ist, aufzunehmen.
Wir bieten ihnen ein „Zu Hause mit familiärer Geborgenheit“.
Es ist uns wichtig, ihre weitgehende Selbständigkeit, ihr Selbstwertgefühl
und ihre Eigenverantwortung im täglichen Leben zu erhalten, zu fördern, bzw.
wiederherzustellen. Unsere Pflegetätigkeiten sind auf der Basis der
„Aktivierenden Pflege“ ausgerichtet, die körperlichen, geistigen und seelischen
Kräfte der Bewohner zu erhalten und zu verbessern. Wir begleiten sie in
Zusammenarbeit mit Angehörigen, Betreuern und ehrenamtlichen Gruppen. Der Erhalt
der Lebensqualität und die Zufriedenheit unserer Bewohner liegen uns am Herzen.
Deshalb binden wir ihre bisherigen Lebensgewohnheiten nach Möglichkeit in den
Pflegeablauf mit ein. Hierzu erarbeiten wir mit unseren Bewohnern und ihren
Angehörigen individuelle, bedarfsgerechte und flexible Pflegeplanungen. Ein
ständiger Austausch an Erfahrungen und Informationen ist wesentlich für den
Erfolg dieser Pflegeprozesse. Durch regelmäßige Teambesprechungen und
Fortbildungen sichern wir die bedarfsgerechte Beatmungspflege. Eine Kooperation
mit Hausund Fachärzten ist selbstverständlich.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
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www.betreuungszentrum-waldeck.de oder
per Telefon 05621 7524840
Pflege- und Betreuungszentrum
Waldeck Langemarkstr. 15 und 17 · 34537 Bad
Wildungen
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