Bewegung und Sport bei Bewegung und Sport bei tumorbedingtem Müdigkeitssyndrom

Fitness troth Fatique

von Prof. Dr. Manfred E. Heim

Chronische Müdigkeit, Antriebsschwäche, Konzentrationsstörungen und erhöhtes Ruhebedürfnis, das nicht durch die vorangegangene Aktivität zu erklären ist, sind Beschwerden, die bei Tumorerkrankungen und nach Tumortherapie häufig sind und als chronisches Fatigue-Syndrom zusammengefasst werden. Auch Jahre nach der Tumorbehandlung sind bis zu etwa 40% der Patienten hiervon betroffen.

Ursachen chronischer Erschöpfung

Die Ursachen dieser chronischen Erschöpfung sind komplex und häufig nicht bekannt. Schonung kann zu einem wichtigen Risikofaktor für das Auftreten von Fatigue werden. Durch eine Abnahme der Muskelmasse und eine Reduzierung der in der Muskulatur gespeicherten chemischen Energieträger kann es zu einer Verschlechterung der Leistungsfähigkeit kommen. Zudem reduziert sich die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems, womit eine verminderte Ausdauer verbunden ist. Ein angepaßtes körperliches Training, besonders wenn es frühzeitig begonnen wird, kann sowohl die Leistungsfähigkeit verbessern als auch das Gesamtbefinden positiv beeinflussen.

Therapieformen

Von den unterschiedlichen Therapieansätzen zur Behandlung des chronischen Fatigue -Syndroms bei Tumorerkrankungen hat sich ein regelmäßiges körperliches Bewegungsprogramm besonders bewährt. Schon während der Therapie kann durch ein angepasstes Training die Erschöpfung vermindert werden und die Blutbildung aktiviert werden. Es ist auch nachgewiesen, dass durch Sport die Immunabwehr gestärkt und depressive Symptome vermindert werden können. Voraussetzung für einen sinnvollen therapeutischen Einsatz von Sport und Bewegung ist jedoch ein leistungsangepasstes regelmäßiges und aufbauendes Training. Unter Vermeidung von Überbeanspruchung sollte gemeinsam mit dem Arzt oder Sporttherapeuten ein Trainingsplan aufgestellt werden und ein Trainingstagebuch geführt werden, um Belastungs- und Erholungspuls sowie Beschwerden zu dokumentieren. Neben einem leistungsangepassten Ausdauertraining sollten auch Übungen zum Aufbau der Muskelkraft und Verbesserung der Dehnungsfähigkeit mit in das Trainingsprogramm einbezogen werden.

Trainingsprogramm

Die Deutsche Fatigue -Gesellschaft e.V. hat jetzt eine Broschüre aufgelegt, um betroffenen Patienten eine alltagstaugliche Anleitung für ein abgestuftes Übungsprogramm zu geben. Es finden sich hier einfache und durch Abbildungen gut verständliche Übungen zum Kraftaufbau und zur Steigerung der Flexibilität der wichtigsten Körperregionen. Zusätzlich wird eine Anleitung zum Ausdauertraining (Walking und Nordicwalking) gegeben. Ergänzend finden sich weitere Übungen zur Körperwahrnehmung, Entspannung und Koordination, die zur Lösung von Spannungen und körperlichem Stress führen können. Der Broschüre liegt zur Dokumentation des individuellen Fitnessprogramms ein Fitnessbogen bei, in dem Patienten ihre Fortschritte eintragen können. Die Broschüre ist eine gute Anleitung, um sich ein individuelles Fitnessprogramm zusammenzustellen und im Fitnessbogen seine Leistungsentwicklung sichtbar zu machen. Für Menschen, die ihr Übungsprogramm gerne in Gemeinschaft durchführen möchten, gibt es in Deutschland etwa 600 "Krebsnachsorge-Sportgruppen", wo unter Anleitung speziell ausgebildeter Übungsleiter trainiert wird.

Im Anhang findet sich eine Zusammenstellung von Sportvereinen und Behindertensprotverbänden, die solche Sportgruppen vermitteln können. Die Teilnahme an den speziellen Krebsnachsorge-Sportgruppen wird nach einer Krebserkrankung von den Krankenkassen unterstützt, wenn ein vom Hausarzt ausgestelltes ärztliches Rezept (Formblatt 56 bzw. 58) vorliegt.

Erhältlich ist die Broschüre kostenlos bei der
Deutschen Fatigue Gesellschaft
Maria-Hilf-Straße 15
50677 Köln
Tel.: 02 21 – 93 11 596

Weitere Informationen im Internet:
www.deutsche-fatiquegesellschaft.de
www.krebshilfe.de

 

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Aktualisiert am 09.04.2010