Krebs und Partnerschaft • Krebs und Sexualität

Symposium 2005 in der Habichtswald Klinik Kassel-Bad Wilhelmshöhe

„Krebs und Partnerschaft - Krebs und Sexualität“

Vom 17.-19. Juni 2005 trafen sich Ärzte, Psychotherapeuten, Pflegekräfte, Sozialarbeiter zum Thema „Krebs und Partnerschaft - Krebs und Sexualität“ in der Habichtswald- Klinik Kassel. Teilweise in mehreren parallelen Sitzungen, Vorträgen, Seminaren und Workshops, aber auch praktischen Demonstrationen, die zur aktiven Teilnahme aufforderten, wurde das Thema aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Nicht eine einzelne Krebserkrankung, sondern das gesamte Spektrum, beginnend mit den Tumoren im Kopf- /Halsbereich, über die Tumoren des Verdauungssystems hin zu den urologischen und gynäkologischen Tumoren fand Beachtung. Mehr als 50 Referenten aus der gesamten Bundesrepublik und der Klinik gaben Einblicke in ihre Arbeit zu diesen Themen. Das Programm war unter Beteiligung der Selbsthilfegruppen zusammengestellt worden, die auch aktiv teilnahmen und ihre Erfahrungen aus der Sicht des Betroffenen darstellten. Nicht nur die eigentliche Arbeit in den Diskussionen und Workshops, sondern auch die zahlreichen Gespräche am Rande, teilweise bis in die Abendstunden hinein schufen eine offene und kreative Atmosphäre, mit dem Thema umzugehen.

Ein doppeltes Tabu brechen: Krebs und Sexualität

Frau Dr. med. Jutta Hübner, Chefärztin der Onkologischen Abteilung begrüßte die TeilnehmerInnen und Teilnehmer mit dem Chanson „Ne me quitte pas“ von Jaques Brel, der selber an Krebs verstarb. Wenn es um das Überleben geht, dann treten Fragen zu Partnerschaft und Sexualität zunächst scheinbar in den Hintergrund. Ist es ein Luxus, sich um das Thema zu kümmern, angesichts der Bedrohung einer Krebserkrankung? Als erstes der innere Aufschrei: „Das kann nicht sein!“ „Was soll ich tun?“ “Was oder wer trägt mich?“ oder „Mein Partner hat Krebs!“ “Was kann ich für ihn tun ?“ “Was, wer trägt uns?“ Fragen, auf die es Antworten gibt. Medizinische, Philosophisch - geistige und spirituelle. Die Diagnose Krebs stellt den Patienten aus dem bisherigen Leben heraus – exponiert, isoliert und zerstört damit Bindungen, die für fest und dauerhaft gehalten wurden. Und doch: alle Antworten setzen den Patienten wieder in Beziehung zu etwas oder jemandem, implizieren Partnerschaft, geben Hoffnung. Es ist unsere Aufgabe als Ärzte und Therapeuten, aufmerksam zu sein, um zu spüren, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um über diese Themen mit unseren Patienten und Angehörigen zu sprechen. Dies wird von Patient zu Patient verschieden sein. Wir müssen uns also auf das Thema vorbereiten, inhaltlich, das heißt uns wissenschaftlich informieren, aber auch emotionell, d.h. bereit sein, die Gefühle unserer Patienten und ihrer Angehörigen wahrzunehmen und zu ertragen, genauso unsere Reaktion darauf, um so im Gespräch authentisch zu sein. Sachlichkeit und Sachkenntnisse sind unverzichtbar wenn es um ein Tabuthema wie Sexualität geht. Ein doppeltes Tabu ist zu brechen: das Tabu Krebs und das Tabu Sexualität. Unser Symposium will Ausdruck einer Partnerschaft von Therapeut und Patient sein. Deshalb sind fast alle unsere Themen offen für Fachleute wie für Patienten. Dies ist mutig und erfordert von beiden Seiten Rücksichtnahme und Einfühlsamkeit.

 

Fotos von Angela Hasse
http://www.angela-hasse.de/

Zusätzliche Informationen:
Habichtswald Klinik Wigandstr. 1
34131 Kassel -Bad Wilhelmshöhe
http://www.habichtswaldklinik.de/

Angela Hasse stellte ihre Bilder in der Habichtswald-Klinik aus...

Angela Hasse

stellte ihre Bilder in der
Habichtswald-Klinik aus

 

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Aktualisiert am 09.04.2010