

Die Zunahme psychischer Beeinträchtigungen im Alter ist eine der Hauptursachen für eine Heimaufnahme. Studien zufolge leiden ca. 60-70 % aller Heimbewohner unter einer gerontopsychiatrischen Erkrankung.
Das Wohnumfeld ist von existentieller Bedeutung für demenzkranke Menschen. Es hat Einfluss auf ihr Befinden und Verhalten, kann emotionale Probleme verstärken oder positiv beeinflussen. Es stellt sich daher die Frage, wie diesen besonderen Bedürfnissen dementer Heimbewohner begegnet werden kann. Träger und Planer innovativer Altenheimprojekte setzen heute vermehrt auf dezentrale Organisationskonzepte nach dem sogenannten Hausgemeinschaftsprinzip. Im Gegensatz zu den oft krankenhausähnlichen Strukturen konventioneller Pflegeheime setzen betreute Hausgemeinschaften auf überschaubare Einheiten. Diese sind auf Vertrautheit und Geborgenheit angelegt und erreichen eine hohe Lebens- und Pflegequalität für die dementen Bewohner. Es handelt sich um familienähnliche Wohnstrukturen, wobei jeder Bewohner ein eigenes Zimmer hat.
Herzstück des Gemeinschaftsbereichs ist eine gemütlich eingerichtete Wohnküche, in welcher alle gemeinsamen Aktivitäten stattfinden. Der Alltag wird von festen Bezugspersonen gesteuert, alle Bewohner beteiligen sich ihren Fähigkeiten und Vorlieben entsprechend. Das Konzept orientiert sich an der Normalität. Pflege findet selbstverständlich statt, wirkt aber dezent aus dem Hintergrund.
Betreute Hausgemeinschaften sind wegen ihrer besonderen Rückzugs- und Kontaktmöglichkeiten, dem anregungsreichen Milieu und der Personaldichte besonders gut für Menschen mit Demenz geeignet.
Mit der betreuten Hausgemeinschaft für Demenzkranke bietet das Pflege- und Betreuungszentrum Waldeck ab Herbst 2008 ein zukunftsweisendes Betreuungskonzept.
Oliver Degenhardt
Pflege- und Betreuungszentrum Waldeck
Bad Wildungen
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Aktualisiert am 01.07.2008