Dr. med. M. Schäfer ist neuer Chefarzt der Hardtwaldklinik II
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Dr. med. M. Schäfer ist neuer Chefarzt der Hardtwaldklinik II

Nach 11-jähriger oberärztlicher Tätigkeit in der Hardtwaldklinik II wurde mir von der Geschäftsführung der Wicker-Gruppe zum 1. Juni 2007 die chefärztliche Leitung übertragen.

Rückblickend betrachtet, verlief mein Weg in die Leitung einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik sehr geradlinig, wenngleich am Anfang eine Orientierungskrise stand. Mit dem Medizinstudium in seiner naturwissenschaftlichen Grundausrichtung zunehmend unzufrieden, fand ich schließlich als studentischer Mitarbeiter der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie der Phillips Universität Marburg, unter dem seinerzeitigen Leiter Prof. Dr. W. Schüffel, eine geistige Heimat. Hier lernte ich, dass Krankheit nie allein auf biologische Vorgänge zu reduzieren ist, sondern auch immer eine psychische und eine soziale Dimension hat.

Nach Studienabschluss Ende 1985 war ich zunächst als Assistenzarzt der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie der Phillips Universität Marburg unter Prof. Dr. Schüffel tätig. Den Zwiespalt zwischen den wissenschaftlichen Anforderung eines Universitätskrankenhauses und meinen Wünschen nach einer fundierten psychotherapeutischen bzw. psychoanalytischen Weiterbildung löste ich im Herbst 1987 durch den Wechsel in die Parkland Klinik in Bad Wildungen-Reinhardshausen. Unter seinerzeit sehr entspannten Rahmenbedingungen für die medizinische Rehabilitation konnte ich hier wichtige Berufserfahrungen sammeln, den Zusatztitel „Psychotherapie“ erwerben und den Grundstein legen für den Facharzt „Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“.

1992 wechselte ich an das Ludwig-Noll- Krankenhaus, Klinik für Psychiatrie des Städtischen Klinikums Kassel. Ursprünglich hatte ich vor, lediglich das psychiatrische Pflichtjahr in der Weiterbildung zum Arzt für „Psychosomatische Medizin und Psychiatrie“ zu absolvieren. In der sozialpsychiatrisch ausgerichteten Klinik unter Leitung von Herrn Dr. Kipp fesselte mich die Arbeit mit Menschen in akuten Lebenskrisen sowie mit im engeren Sinne psychiatrisch Erkrankten dann aber so sehr, dass ich im Gebiet „Psychiatrie und Psychotherapie“ eine zweite Facharztweiterbildung absolvierte.

Nach zwischenzeitlicher psychotherapeutischer Leitungsfunktion in einer Suchtklinik für alkoholkranke Männer, hatte ich in der Hardtwaldklinik I unter Prof. Welter und Dr. Euteneuer von Mai 1995 bis April 1996 Gelegenheit mich in das Gebiet der neurologischen Psychosomatik einzuarbeiten.

Zum 1. Mai 1996 erfolgte der Wechsel in die Hardtwaldklinik II. Dr. Bernhard stellte mich zunächst als Oberarzt der Abteilung für „Analytische Psychotherapie“ ein und machte mich 2 Jahre später zu seinem klinischen Stellvertreter. Durch Dr. Bernhard mit zunehmenden Freiheiten ausgestattet, hatte ich vielfältige Gelegenheit mich gestalterisch und konzeptionell einzubringen. Beispielsweise bei der Organisation und Durchführung der klinischen Weiterbildung, im Rahmen des Qualitätsmanagements und beim Aufbau einer ergotherapeutischen Abteilung. In der Zeit der klinischen Stellvertretung konnte ich meine Ausbildung zum Psychoanalytiker am „Kasseler Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie“ (DPG) ebenso abschließen wie die Zusatztitel „Sozialmedizin“ und „Rehabilitationswesen“. Eine Weiterbildung in „Traumazentrierter Psychotherapie“ steht kurz vor dem Abschluss.

Eine wesentliche Bereicherung meiner bisherigen klinischen Erfahrungen stellte in den vergangenen 4 Jahren die Leitung psychosomatischer Nachsorgegruppen in der gesetzlichen Rentenversicherung nach dem „Curriculum Hannover“ dar. Von etwa 150 Rehabilitanden, die unmittelbar vor Antritt der Nachsorgemaßnahme in unterschiedlichen psychosomatischen Rehabilitationskliniken behandelt worden waren, konnte ich erfahren was sie in der stationären Rehabilitation als hilfreich und unterstützend erlebten aber auch, was sie für sich als verwirrend oder schädlich bewerteten. Ich sehe die Erfahrungen der psychosomatischen Nachsorge als eine gute Lehrzeit an für meine jetzige chefärztliche Tätigkeit.

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Schwerpunkte

Hier sehe ich für die Zukunft vier Aufgabenschwerpunkte.

  • Erste Aufgabe wird es sein, bewährte tiefenpsychologische Behandlungskonzepte in der Rehabilitation zu erhalten, sie aber um supportive und psychoedukative Ansätze zu ergänzen und zu erweitern.
  • Zweitens geht es darum, den in der Hardtwaldklinik II in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Weg der verstärkten beruflichen Orientierung der psychosomatischen Rehabilitation konsequent fortzuführen.
  • Drittens wird unter veränderten Rahmenbedingungen der Rehabilitation im Allgemeinen und der psychosomatischen Rehabilitation im speziellen der Bewertung jeglicher Therapiemaßnahmen hinsichtlich Effizienz und Wirtschaftlichkeit eine immer größere Rolle zukommen.
  • Die vierte und wahrscheinlich wichtigste Aufgabe sehe ich in der Motivierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Berufsgruppen für eine nach wie vor befriedigende, aber unter dem Druck äußerer Rahmenbedingungen zunehmend schwieriger werdende Arbeit. Die allseits bekannten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung ärztlicher Mitarbeiter zeigen schon jetzt, dass Faktoren des „Betriebsklimas“ eine sehr wichtige und möglicherweise limitierende Bedeutung zukommt.

Dr. med. M. Schäfer
Chefarzt
Hardtwaldklinik II · Werner Wicker KG

 

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