

Behandlungsschwerpunkt neuromuskuläre
Erkrankungen in der Klinik
Hoher Meissner
Auch wenn die meisten der neuromuskulären Erkrankungen heute nicht heilbar sind, so ist eine Behandlung doch möglich und notwendig. Die Neurologische Abteilung der Klinik Hoher Meissner hat in den letzten Jahren konsequent den Schwerpunkt zur Rehabilitation von jugendlichen und erwachsenen Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen wie Muskeldystrophien, Myotonen Dystrophien, entzündlichen Muskelerkrankungen, spinalen Muskelatrophien (SMA), neuralen Muskelatrophien (HMSN), Post-Polio-Syndrom (PPS), Myasthenia gravis und amyotropher Lateralsklerose aufgebaut.
Neuromuskuläre Erkrankungen sind im Vergleich zu anderen Erkrankungen relativ selten. So leben etwa 3 – 4 Personen von 100.000 Einwohnern in Deutschland mit einer Muskeldystrophie vom Typ Duchenne, der häufigsten Form der Muskeldystrophien. Unter der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) leiden etwa 3 – 8 pro 100.000 Einwohner, unter der spinalen Muskelatrophie vom Typ Kugelberg-Welander etwa 0,3 pro 100.000. Myositiden kommen mit einer Häufigkeit von etwa 0,5 auf 100.000 Personen vor.
Wegen der Seltenheit der Erkrankungen ist es wichtig, dass die Behandlung in einer Rehabilitationsklinik stattfindet, die versiert im Umgang mit diesen Krankheitsbildern ist.
Es ist erforderlich, dass die Therapeuten regelmäßig Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen behandeln. Intensität und Art der Behandlung unterscheiden sich deutlich von der Behandlung anderer neurologischer Erkrankungen.
Regelmäßige ambulante Behandlungen sind in der Regel kontinuierlich erforderlich, um die motorischen Fähigkeiten auf einem möglichst stabilen Niveau zu erhalten.
Auch wenn die Erkrankungen fortschreitend sind, können doch oft durch die stationäre Rehabilitation eine bessere Nutzung muskulärer Funktionen, Erleichterung der Alltagsaufgaben und Besserung der Ausdauerleistung sowie Schmerzlinderung erreicht werden. Wenn die Erkrankung durch Verschlechterung von Funktionen es erfordert, kann die stationäre Rehabilitation in verkürzten Abständen erfolgen, beispielsweise jährlich. Mit einem entsprechenden Antrag durch den Hausarzt oder betreuenden Neurologen wendet sich der Patient an den zuständigen Kostenträger, für Berufstätige in der Regel die Rentenversicherung, sonst zumeist die Krankenkasse.
Wichtig ist, dass im Antrag nicht nur die Symptome, sondern auch die konkreten Konsequenzen im Alltag angegeben werden, zum Beispiel die Abnahme der Gehstrecke oder der Gangsicherheit, gehäufte Stürze, Hilfsbedarf etc.. Auch müssen Behandlungsziele mit angegeben werden.
Etwa die Hälfte der 60 Betten umfassenden neurologischen Abteilung sind mit Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen belegt, so dass Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden sowie Psychologen sehr erfahren sind im Umgang mit den sonst so seltenen Erkrankungen.
Auch ist ein intensiver Austausch mit gleichartig Betroffenen in Gesprächsgruppen und Patientenseminaren oder am Abend in gemütlicher Runde möglich.
Umfangreiche Informationen zu neuromuskulären Erkrankungen finden Sie auf unseren Internet-Seiten (www.reha-klinik.de) unter „Informationen über Krankheitsbilder“.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Dr. med. Carsten Schröter
Chefarzt der Neurolog. Abteilung
Klinik
Hoher Meissner
Hardtstraße 36
37242 Bad Sooden-Allendorf
Telefon (0 56 52) 55 861
Telefax (0 56 52) 55 814
Internet: www.reha-klinik.de
E-Mail: neurologie@reha-klinik.de
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Aktualisiert am 01.07.2008