Wenn gar nichts mehr geht. Habichtswald-Klinik hat sich auf Burn-out Patienten spezialisiert - Krankheitsfälle nehmen zu
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Wenn gar nichts mehr geht
Habichtswald-Klinik hat sich auf Burn-out Patienten spezialisiert - Krankheitsfälle nehmen zu

"Irgendwann wird man immer kraftloser" sagt Wolfgang Speck. "Ganz schwach". Während er spricht, muss der 59-Jährige immer wieder innehalten. "Ich habe den Faden verloren", sagt er. Der Realschullehrer ist seit acht Wochen in der Habichtswald-Klinik, um sich von seinem Burn-out Syndrom zu erholen. Die Kasseler Klinik ist eine der wenigen in Deutschland, die sich auf Burn-out- Patienten spezialisiert hat. Durch ihren guten Ruf wurde auch Speck auf die Klinik aufmerksam, der eigentlich aus Dortmund kommt. Seine Konzentrationsschwäche beim Sprechen ist nach Andrea Sachse, Chefärztin der Psychosomatischen Abteilung der Klinik, typisch für Burn-out-Patienten. Eine Patientin - die genau wie Speck Lehrerin ist - habe einmal vor ihrer Klasse gestanden und ihre Schüler nicht mehr erkannt. Spätestens an diesem Punkt müsse gehandelt werden. "Oft kann man einen Burn-out über die körperlichen Symptome erkennen", sagt Manfred Sigwart, Oberarzt der Psychosomatischen Abteilung. Schlafstörungen, Migräne sowie Bandscheibenvorfälle seien erste Warnsignale.

Burn-out sei oftmals kein plötzlicher Knall, sondern vielmehr ein schleichender Prozess, in dem den Menschen der Stress in der Arbeitswelt zu viel wird. "Es hat immer gezerrt und gezerrt" sagt Speck. Er habe mehrere Bandscheibenvorfälle gehabt, dadurch sei ihm bewusst geworden, dass er ständig unter Druck stehe und "sich verlangsamen" müsse. Die Arbeit habe einen zu großen Stellenwert in seinem Leben eingenommen. Aus diesem Grund habe Speck sich dann für einen Aufenthalt in der Klinik entschlossen. "Bei Burn-out- Patienten stimmt das Verhältnis zwischen Anstrengung und Entspannung nicht" sagt Sigwart. Der Patient vergesse einfach, auf die Signale seines Körpers zu hören. Das solle in der Habichtswald-Klinik durch Psychotherapie, Körperübungen und Kunsttherapie wieder gelernt werden. Nach Sachse nehmen die Burn-out-Fälle drastisch zu. Die Anforderungen in der Arbeitswelt würden immer größer. "Der Mensch zählt nicht mehr", sagt die Therapeutin. Es gehe nur noch um Effizienz und darum, den Gewinn zu steigern. Der Mensch solle in diesem Gefüge wie eine Maschine funktionieren. Dass dies nicht uneingeschränkt möglich sei, würden die vielen Burn-out-Patienten zeigen.

Mit freundlicher Genehmigung der HNA, Ausgabe Kassel 30.08.2008

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Das Burn-out-Syndrom

Burnout (engl. Ausbrennen) bezeichnet eine besonders ausgeprägte berufliche oder auch familiäre Erschöpfung, die sich unterschiedlich äußern kann (z.B. Schlafstörungen, Migräne). Der Begriff "Burnout" wurde erstmals von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger verwendet. Ständige Frustration, das Nichterreichen eines Zieles, zu hohe persönliche Erwartungen an eigene Leistungen, Überlastungen etc. können erschöpfen. Notwendiger erster Schritt ist die sofortige Verringerung der Belastung.

Habichtswald-Klinik

Wigandstraße 1
34131 Kassel-Bad Wilhelmshöhe

www.habichtswald-klinik.de 

 

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