Die Online-Ausgabe des Wicker-Magazin 15. Ausgabe · Januar-Dezember 2009 · www.wicker-magazin.de
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Heilpflanzen helfen natürlich - Artischocke senkt das Cholesterin und wirkt verdauungsfördernd

An erster Stelle möchte ich dabei die Artischocke nennen, für die in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen Senkungen zwischen 10 und 15 % beschrieben sind. Leider reicht es hier nicht aus, sich reichlich mit Artischockenböden zu ernähren. Abgesehen davon, dass es vielleicht geschmacklich auf Dauer doch etwas eintönig wäre, zu jeder Hauptmahlzeit mindestens einen Artischockenboden zu verzehren, werden die Cholesterin senkenden Inhaltsstoffe aus den Blättern gewonnen. Die in den Artischockenblättern enthaltenen Wirkstoffe wirken

  • antioxidativ (schützen also Fette vor dem "Ranzigwerden")
  • hepatoprotektiv (schützen die Leber)
  • verbessern die Fettverdauung vermindern die Cholesterineigensynthese
  • hauptsächlich durch die vermehrte Synthese und Ausschüttung von Gallenflüssigkeit.

Uns interessieren im Zusammenhang mit erhöhten Cholesterinwerten natürlich besonders die letzten beiden Punkte. Tatsächlich hemmt die Artischocke die Cholesterineigensynthese qualitativ genauso wie die Statine, wenn auch quantitativ nicht im gleichen Maße. Die vermehrte Gallenproduktion und Ausschüttung ist für uns mindestens ebenso wichtig. Die Gallenflüssigkeit besteht zum großen Teil aus Cholesterin und aus Gallensäuren. Gallensäuren wiederum sind aber auch Cholesterin gebildet worden. Wenn wir über die Galle also mehr Cholesterin (und Gallensäuren) "loswerden", dann haben wir schon eine Menge erreicht. Das Problem ist aber, dass das Cholesterin (und die Gallensäuren) im Endteil des Dünndarms zu mehr als 90 % wieder resorbiert werden. Mit der vermehrten Produktion und Ausschüttung allein haben wir also noch nicht so viel erreicht, wir müssen auch noch die Wiederaufnahme verhindern.

Und hier gibt es nur drei Lösungen: Ezetimib, Ionenaustauscher und Ballaststoffe. Diese sind nämlich in der Lage, Cholesterin (und Gallensäuren) zu binden. An Ballaststoffe gebundene Stoffe kann der Darm aber nicht aufnehmen. Cholesterin (und Gallensäuren) verschwinden so via Villeroy & Boche aus unserem Körper. Die Einnahme eines Artischockenpräparates sollte also zweckmäßigerweise mit einer sehr ballaststoffreichen Kost (das ist ja sowieso zu empfehlen) oder sogar mit einem zusätzlichen Ballaststoffpräparat verbunden werden. In einer eigenen kontrollierten wissenschaftlichen Studie konnte nachgewiesen werden, dass man mit einem Artischockenpräparat allein eine Cholesterinsenkung von 10-15 % erzielen konnte. Die Patienten, die zusätzlich ein Ballaststoffpräparat einnahmen, kamen aber auf 15-20 %. Damit kommt man schon in Bereiche, wie sie sonst nur bei Statinen beobachtet werden können.

 

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Einige Artischockenpräparate:

Ardeycholan Artischocke®
Hepar-POS®
Hepar SL forte®

Nebenwirkungen: Sehr selten, bei Allergie gegenüber Korbblütlern (z.B. Sonnenhut, Kamille, Arnika, Ringelblume) sollten man auch die Artischocke meiden.

Einnahme: Ein (bis zwei) Kapseln jeweils eine halbe Stunde vor jeder Hauptmahlzeit.

 

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