Die Online-Ausgabe des Wicker-Magazin 15. Ausgabe · Januar-Dezember 2009 · www.wicker-magazin.de
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Sport, das beste Medikament der Welt!

Autor: Dr. Schmiedel, Habichtswald-Klinik

Natürliche Fettsenkung beim metabolischen Syndrom

Unter einem metabolischen Syndrom versteht man das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Risikofaktoren, die für Arteriosklerose prädisponieren. Nach der Definition der IDF (International Diabetes Federation) müssen neben Übergewicht (Taillenumfang bei Frauen > 80, bei Männern > 94 cm) noch zwei der folgenden drei Risikofaktoren vorliegen: Hypertonie (> 130/85 mmHg), Fettstoffwechselstörung (Triglyceride > 150 mg/dl und HDL < 40 bei Männern und < 50 mg/dl bei Frauen), Diabetes (Nüchtern- BZ > 110 mg/dl). Ein großer Teil der ernährungsbedingten Kosten in Höhe von ca. 70.000.000.000 (Milliarden!) € pro Jahr sind dem metabolischen Syndrom und dessen Folgekrankheiten geschuldet.

Die konventionelle ist meist eine rein symptomatische Therapie: Der erhöhte Blutdruck wird mit Antihypertensiva, der Diabetes mellitus mit Antidiabetika (von denen z.B. Sulfonylharnstoffe und Insulin die Insulinresistenz sogar noch verstärken), das Übergewicht mit Diäten (die das Übergewicht langfristig eher erhöhen) oder Medikamenten (z.B. Orlistat®, Reduktil® oder Acomplia®, die teilweise erhebliche Nebenwirkungen aufweisen und auch nur solange wirken, wie sie verabreicht werden - danach steigt das Gewicht rasch wieder an) und Lipidsenkern behandelt (die teuer und auch nicht nebenwirkungsfrei sind).

Das beste Medikament der Welt!

Welches Medikament vereinigt die folgenden Wirkungen auf sich:

Signifikante Senkung Signifikanter Anstieg
Gesamtcholesterin HDL-Cholesterin
LDL-Cholesterin Körperliche Leistungsfähigkeit
Triglyceride Seelische Stimmung
Blutzucker Sexualleben
Blutdruck Stressbelastbarkeit
Herzfrequenz Entspannung
Körpergewicht Lebensqualität
Krebsrisiko Knochendichte
Summe: Reduktion der Sterblichkeit in allen Altersgruppen um etwa ein Drittel!


Sport ist nicht nur ein phantastischer Gesamtcholesterin- und LDL-Senker, es bewirkt auch etwas, was andere Maßnahmen kaum können. Es führt (nach einigen Monaten) zu einer ausgeprägten HDL-Steigerung. Ich kann meinen Patienten oft schon anhand ihres Laborzettels vorlesen, wie viel sie von diesem Medikament in der letzten Zeit eingenommen haben. Dieses Medikament sollte jeder gesunde Mensch einnehmen - der Patient mit erhöhten Fettwerten sowieso. Patienten mit einem niedrigen HDL müssen es nehmen!

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Statine

Wirkweise:
Statine hemmen das Enzym Hydroxy-Methyl-Glutaryl-CoenzymA-Reduktase, welches für die körpereigene Cholesterinsynthese wichtig ist, sie haben die stärkste Cholesterin senkende Wirkung aller Medikamente, Senkungen bis 40 % sind möglich.

Gegenanzeigen:
Lebererkrankungen, Cholestase, Muskelerkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit, gleichzeitige Einnahme von Erythromycin, Ciclosporin, Fibraten (nur ausnahmsweise), Nikotinsäure unter besonderer Beobachtung

Nebenwirkungen:
Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Anstieg der Leberwerte, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Hautveränderungen

Vorteile:
Einfache Einnahme einmal täglich abends, sichere Cholesterinsenkung, bei Risikopatienten Nachweis einer Verlängerung der Lebenserwartung

Nachteile:
Vereinzelte Todesfälle durch Muskelzerstörung, erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen für Leber und Muskeln bei Kombination mit anderen Fettsenkern, Q10-Abfall, dieses für den Energiestoffwechsel wichtige Coenzym hat denselben Syntheseweg wie Cholesterin, diese Nebenwirkung steht nicht im Beipackzettel!

Präparatebeispiele:
Cranoc®, Denan®, Liprevil®, Mevinacor®, Sortis®, Zocor®

 

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