Die Online-Ausgabe des Wicker-Magazin 15. Ausgabe · Januar-Dezember 2009 · www.wicker-magazin.de
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Dosieren wie ein Medikament - nicht zuwenig, nicht zuviel.

Richtig Sport hat man dann getrieben, wenn man sich nach der körperlichen Belastung zwar etwas angestrengt fühlt, aber dasselbe Pensum noch einmal absolvieren könnte, wenn es sein müsste. Gerade wenn man Fette reduzieren will, sollte man eher zuwenig als zuviel tun - zumindest was die Intensität angeht.

Hier sind die drei wichtigsten Kriterien für die "richtige" Ausdauerbewegung zur Verbrennung der Fette:

  • Häufigkeit:
    Ausdauerbewegungen sollte man regelmäßig durchführen. 1x/Monat wäre zwar auch regelmäßig, aber viel zu wenig. Zwei- bis dreimal pro Woche wäre schon eine gute Trainingsfrequenz. Täglich (z.B. wenn sie Walking betreiben) wäre noch besser.
  • Dauer:
    Ausdauerbelastungen mit Fettverbrennung beginnen erst nach 20 Minuten. Tennis, Fußball oder Squash mögen zwar schöne Sportarten sein, zählen aber nicht zu den Ausdauersportarten und tragen daher auch nicht zur Verbesserung der Fettwerte bei.
  • Intensität:
    Dies ist vielleicht das wichtigste Kriterium und dasjenige, bei dem die meisten Fehler begangen werden. Die Belastungsintensität sollte moderat sein, das heißt nicht zuwenig, aber vor allem auch nicht zuviel. 50-65 % der maximalen Leistungsfähigkeit sind für die meisten Menschen die richtige Intensität.

Wie kann ich die richtige Intensität bestimmen?

Eine sehr gute Methode zur Beurteilung der Trainingsleistung ist das Belastungs-EKG (optimal wären die Spiroergometrie oder die stufenweise Belastung mit Milchsäuremessung - beides wird in sportmedizinischen Zentren durchgeführt).
Man sollte von der maximalen Leistung die Hälfte bis zwei Drittel nehmen. Die dabei auftretenden Frequenzen sind die richtigen Trainingsfrequenzen. Wichtig ist dabei, dass bei der Höchstleistung keine Auffälligkeiten auftraten (z.B. hochgradige Herzrhythmusstörungen, Herzschmerzen oder EKG-Veränderungen, die auf einen Sauerstoffmangel hindeuten). Dann wird als tolerable Leistung die Höchstleistung gewählt, bei der dies noch nicht der Fall war.

Eine andere, einfachere, aber nicht ganz so zuverlässige Möglichkeit der Trainingssteuerung ist die Trainingspulsbestimmung nach der Faustregel "180 minus Lebensalter". Beispiel: Bei einem 60jährigen liegt der Trainingpuls etwa bei 180 - 60 = 120 Schlägen pro Minute.

Achtung:
Diese Regel zur Trainingssteuerung nach der Herzfrequenz stimmt natürlich nicht, wenn man ein Medikament einnimmt, welches die Herzfrequenz beeinflusst. Das wichtigste Medikament in diesem Zusammenhang ist der Beta-Blocker. Wer einen Beta-Blocker nimmt (z.B. wegen Bluthochdruck oder koronarer Herzkrankheit) sollte aber ohnehin gelegentlich ein Belastungs- EKG durchführen lassen, welches dann geeignet ist, die Trainingsherzfrequenz genau zu definieren.

Eine noch einfachere, aber fast immer richtige Regel ist der alte Trimm-dich-Spruch "Laufen, ohne zu schnaufen". Wer sich also bei einer Ausdauerbelastung leicht angestrengt fühlt, aber noch das eine oder andere Wort mit Ihrem Trainingspartner wechseln kann, ohne völlig außer Puste zu geraten - der liegt in der Regel genau richtig. Bei manchen Herzkrankheiten kann das Herz allerdings schon überfordert sein, wenn noch gutes subjektives Wohlbefinden besteht (z.B. Kardiomyopathie, Z.n. Myokarditis).

 

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Beispiel

Der Patient leistet im Belastungs-EKG maximal 200 Watt. Dabei treten keine Hinweise auf Sauerstoffmangel im Herzmuskel, gefährliche Herzrhythmusstörungen oder Ähnliches auf. Die Trainingsleistung liegt dann bei 100 bis 125 W. Der Puls liegt (in diesem Beispiel) bei 100 W bei 120 Schlägen pro Minute, bei 125 W bei 135 pro Minute. Der Trainingspuls sollte also zwischen 120 und 135 pro Minute liegen.

Literatur

Dr. Schmiedel, V.
Dr. Schmiedel, V.
Cholesterin
99 verblüffende Tatsachen
TRIAS-Verlag, 2006
Dr. Schmiedel, V.
Dr. Schmiedel, V.
Typ-2-Diabetes:
Heilung ist möglich
Haug-Verlag 2004
 

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